: Das tägliche Medien-Spektakel „Body-Counting“
Die US-Militärs kämpften in Vietnam mit WK-Zwo-Strategien: den Gegner mit unerschöpflichen Vorräten an Mensch und Material langsam plattmachen. Ausdruck davon waren die täglich veröffentlichten Zahlen über getötete Vietcong (die meist maßlos übertrieben waren). Der US-Autor Jonathan Schell stellte 1968 fest, daß allein in der Provinz Quang Ngai 70% aller Dörfer vernichtet worden waren – man hatte praktisch das ganze Land zu einer „Feuer-frei-Zone“ erklärt. In einer Rechtfertigungs-Antwort darauf, von General Westmoreland, heißt es: Der Vietcong weigert sich, amerikanische Regeln anzuerkennen, und beharrt auf der Befestigung der Dörfer und der Organisation des Widerstands unter der gesamten Bevölkerung, „denn der Vietcong ist hier nichts eigenes; der Vietcong ist das Volk“. Kurze Zeit später kam es zu mehreren Massakern, das bekannteste ereignete sich im Weiler My Lai.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen