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DGB-Personal muckt auf

■ Betriebsräte gegen Sparkonzept/ Klage über mangelnde Information

Düsseldorf (taz) – Der Gesamtbetriebsrat des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat gestern den Sparkurs der Gewerkschaftsspitze massiv kritisiert und klargestellt, daß die Beschäftigten des DGB bei der zukünftigen Gestaltung der Gewerkschaftsarbeit „ernstgenommen und beteiligt werden wollen“. Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Karola Pelzer warf der DGB-Führung vor, ihren Informationspflichten in den vergangenen Wochen „nicht rechtzeitig“ nachgekommen zu sein. Der DGB-Bundesvorstand ist entschlossen, seine akuten Finanzprobleme vor allem über Einsparungen bei den Personalkosten zu beheben. Von dem 330 Millionen DGB-Jahresetat sollen künftig höchstens noch 60 Prozent für das eigene Personal ausgeben werden. Zur Zeit liegt die Quote bei 65,9 Prozent. Als Sofortmaßnahme hat der Vorstand einen totalen Einstellungs- und Wiederbesetzungsstopp für das Jahr 1993 beschlossen. Bliebe es bei den angekündigten Sparmaßnahmen, fielen 260 der rund 2.800 DGB-Stellen weg. Nach den Worten des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Peter Bauer leitet der Wiederbesetzungsstopp den „Rückzug des DGB aus der Fläche ein“. Gerade in einer Zeit, in der das Engagement der Gewerkschaften vor Ort nötiger denn je sei, führten die hektischen Sparmaßnahmen gewerkschaftspolitisch ins Abseits. Die DGB-Betriebsräte verlangen zunächst einmal eine „konsequente Aufgabendiskussion“. Gerade jetzt gehe es darum, ein „starkes gewerkschaftspolitisches und mobilisierungsfähiges Sprachrohr“ zu entwickeln. Die Gewerkschaftspolitik könne nicht allein den „branchenspezifischen Interessen“ der Einzelgewerkschaften überlassen werden. Letztlich gehen die eingeleiteten Sparmaßnahmen auf die massive Kritik aus den Einzelgewerkschaften, u.a. wegen mangelnder Effiziens des DGB, zurück. Bis zum Sommer soll der DGB-Vorstand ein Sparkonzept vorlegen und im nächsten Jahr wird der Bundeskongreß des DGB die zukünftige Rolle der Dachorganisation neu bestimmen. J.S.

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