Corona in Norditalien: Allen geht die Luft aus

Die Kleinstadt Alzano Lombardo liegt im Epizentrum der Epidemie in Italien. Sanitäter entscheiden über Leben und Tod

Krankenpfleger in Italien hetzten druch den raum voller Corona Patienten

Brescia, Norditalien. Krankenpflege im Ausnahmezustand Foto: Luca Bruna/ap

ALZANO LAOBARDO taz | „Siehst du? Siehst du?“, fragt ihn seine Frau und ihr Blick hellt sich nach elf Tagen endlich auf. „Du kommst ins Krankenhaus! Bist du froh?“ Antonio Amato, 40 Jahre alt, liegt fast reglos auf dem Sofa im Wohnzimmer und umklammert seine Sauerstoffflasche. Früher rief man die 118 an und hoffte, dass der Arzt kommt, der einem sagt, man habe nichts Schlimmes und könne zu Hause bleiben. Heute bringen sie dich als Notfall ins Krankenhaus, und du fühlst dich, als hättest du einen Sechser im Lotto gewonnen: einen Platz auf der Intensivstation.

Amatos zwei Söhne, in Isolation in ihrem Zimmer, kommen heraus und winken zum Abschied von der Türschwelle. Über dem Mund tragen sie ein Plüschtier als Maske.

Alzano Lombardo ist die röteste Zone dieses Italiens in Quarantäne, wo es (Stand Freitag) 41.035 Infizierte und 3.405 Tote gibt. Um Panik zu vermeiden, schalten die Krankenwagen keine Sirenen mehr ein, sondern nur Blaulicht. Die Straßen sind verlassen; lediglich die Kleintransporter der Bestattungsunternehmen sind unterwegs.

Wir befinden uns nicht weit von Bergamo, einer Region mit 10 Millionen Einwohner*innen, wo es nach Aussage ihres So­zial­referenten Giulio Gallera am Donnerstag in den Krankenhäusern zwischen neuen Einlieferungen und Entlassungen, entweder direkt nach Hause oder auf den Friedhof, auf den Intensivstationen nur noch 10 freie Betten gab.

Kein Bett, Kein Sauerstoff

Aber hier, wo alles begonnen hat und sie dem Rest des Landes und Europa zwei Wochen voraus sind, sind nicht nur alle Betten aus, sondern auch der Sauerstoff. Während seines letzten Nachtdienstes erhielt der Apotheker Andrea Raciti 42 Anfragen, am Ende hatte er keine einzige Sauerstoffflasche mehr.

Wer zu Hause liegt, für den ist Paracetamol das Heilmittel. Und eine Portion Glück.

Im Krankenwagen des Roten Kreuzes stammen die Atemschutzmasken an diesem Tag von einer Zahnärztin, der Mutter des jüngsten freiwilligen Helfers Sergio Solivani. Er ist 21 Jahre und studiert Philosophie, derzeit ein nützliches Fach, geht es doch nicht darum, wie man einschreiten, sondern ob man einschreiten soll. Und das ist nicht nur eine medizinische, sondern auch eine moralische Frage. „Vor allem bei den ganz Alten“, sagt Solivani.

Der Name in den Todesanzeigen

Die Alten sind am stärksten und am härtesten betroffen, das weiß man. „Sie einzuliefern ist oft das größere Übel. Denn im Krankenhaus sind Besuche verboten, sie sind sich selbt überlassen, inmitten von Unbekannten“, sagt Solivani. „In einem Fall haben wir lange überlegt, zusammen mit der Zentrale und den Ärzten, dann haben wir uns für den Transport ins Krankenhaus entschieden. Zwei Tage später tauchte der Name der Frau in den Todesanzeigen auf. Sie ist wohl sofort gestorben. Vielleicht während sie noch auf die Aufnahme wartete. Und ich habe gedacht: Hoffentlich hat sie wenigstens ein Glas Wasser bekommen.“

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

„Nicht Sauerstoff“, sagt er und senkt den Kopf. „Aber etwas Wasser.“

Sie sind allein, und in manchen Fällen lässt man sie auch allein. „Gestern waren wir bei dieser alten Frau“, sagt Solivani, „total hinfällig, nur Haut und Knochen. Sie hat eigentlich eine Altenpflegerin, aber die lag mit Fieber bei sich zu Hause. Der Ehemann stand in der Tür, verwirrt, nahezu blind, nicht mehr in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Wir haben uns gefragt: Und was ist mit ihm? Wir retten die einen und schaden den anderen.“

Nicht alle haben einen Sohn in der Nähe wie die 87-jährige Teresina Varesi, die Schwierigkeiten beim Atmen hat. Und Fieber. Schmerzen im Brustkorb. Es sei schwer, rauszukriegen, was sie hat, weil sie nicht klar genug sei, sich zu erklären, sagt Lujan, die südamerikanische Pflegerin. Trotz Angst wacht sie Tag und Nacht bei ihr, eingemummt und ausgerüstet mit Desinfektionsmitteln. Sie könne doch jetzt nicht weggehen, sagt sie, außerdem lebe ihre Familie in Bolivien von ihrer Unterstützung. Sofort desinfiziert sie den Stift, mit dem sie ihren Namen notiert hat.

Im Halbschatten unter einer Madonnenfigur

Der Sohn von Teresina Varesi hilft der Belegschaft vom Roten Kreuz, das Bett seiner Mutter frisch zu machen, ohne dass sie dabei die Knochen bricht, so zierlich ist sie. Und wie alle Söhne kapituliert er nicht so schnell: Während sie im Halbschatten des Zimmers da liegt, unter einen Madonnenfigur, nach Luft ringend, versucht er noch, sie bei sich zu Hause zu behalten, und sagt: Vielleicht ist es bloß eine Erkältung.

Andererseits: Das nächste Krankenhaus wäre das Niguarda in Mailand. Das Krankenhaus in Alzano Lombardo nimmt niemanden mehr auf, viele Ärzte und Pfle­ge­r*in­nen sind selbst infiziert oder krank. Im Moment kommt niemand rein und niemand raus. Auch die anderen Krankenhäuser in der Region sind voll.

Wieder auf der Straße, schält sich die Belegschaft aus den weißen Schutzanzügen. Dann sind die Handschuhe dran, die Atemschutzmaske. Sie desinfizieren alles, Zentimeter für Zentimeter, dem Letzten wird vom Ersten geholfen, der dann erneut die Handschuhe wechseln muss: eine Art Domino. Wie soll man sich desinfizieren, wenn auch das Desinfektionsmittel infiziert sein kann?

Aus den Fenstern der Häuser ängstliche Blicke. Wer wird der Nächste sein?

Trotzdem, das Nachprüfen der Handynetze hat ergeben, dass selbst in der Lombardei, im Epizentrum der Krise, 40 Prozent der Bevölkerung gegen die Quarantänebestimmungen verstoßen und nicht zu Hause bleiben. Noch immer behaupten viele, die Toten seien eben sehr alt gewesen. Oder hätten Vorerkrankungen gehabt, sie seien folglich an etwas anderem gestorben.

Das Gesundheitssystem kollabiert

In gewisser Hinsicht verhält es sich andersherum: Wer jetzt an einer Vorerkrankung stirbt, der stirbt in Wirklichkeit an Covid-19, der stirbt durch ein kollabierendes Gesundheitssystem, auch wenn das der Lombardei zu den besten Italiens gehört.

Die Gründe für die hohe Todesrate sind auch sozialer Natur: Italien hat ähnlich wie Deutschland ein sehr hohes Durchschnittsalter, und gerade im ländlichen Raum leben besonders viele alte Menschen, die Jungen sind weggezogen in die Städte. Dennoch leben Familien oft weiterhin in mehreren Generationen zusammen oder zumindest nah beieinander, denn die Alten kümmern sich um die Enkel und umgekehrt. Das macht es mit der Isolation schwierig.

Romano Lugli, 89 Jahre alt, ist eigentlich bloß im Flur ausgerutscht. Die Tochter, sein einziges Kind und selbst kinderlos, hat eine Leberkrebsoperation hinter sich und ist physisch wie psychisch völlig am Ende. In diesen Tagen gibt es keine Chance auf häusliche Unterstützung, trotzdem hat sie darum gebeten. Und während sie jetzt hofft, dass ihr Vater im Krankenhaus aufgenommen wird, läuft sie nervös im Wohnzimmer auf und ab und fragt: „Es ist doch besser so? Oder irre ich mich?“

Die Sanitäter versuchen ihr zu sagen, dass ihr Vater nur die Prellung habe und eben alt sei. Und dass sich sein Zustand im Krankenhaus eher verschlechtern könnte. Aber sie ist erschöpft, neben der Spur, in Tränen aufgelöst – um 19.50 Uhr hat sie den Notruf gewählt, drei Stunden später ist der Notarztwagen eingetroffen. „Was glaubst du“, fragt sie immer wieder, „es ist doch besser so, oder?“ Instinktiv will einer der Helfer sie in den Arm nehmen. „Entschuldigung, das darf ich nicht“, sagt er, hält inne, seinen Arm ausgestreckt in der Luft.

Als der Vater schon fast im Treppenhaus ist, fertig zum Abtransport auf eine Bahre geschnallt, kommt der Moment, in dem sie ihr sagen müssen, dass sie nicht mit ins Krankenhaus kann. Für jemanden, der gerade eine Krebsoperation hinter sich habe, könne die Ansteckung tödlich sein.

„Vielleicht... Ja, vielleicht... Haben Sie auch nichts vergessen?“, murmelt einer aus dem Team, im Versuch, die richtigen Worte zu finden. „Gibt es etwas, was Sie ihm noch sagen wollen?“ Sie weiß nicht, wo sich seine Gesundheitskarte befindet. „Wo ist sie? Papa! Du und deine Unordnung“, sagt sie und fängt an, hektisch in den Schubladen zu wühlen. Niemand traut sich, ihr zu sagen, dass dies eines Tages die Erinnerung an ihr letztes Gespräch mit ihrem Vater sein könnte. Wo ist die Gesundheitskarte?

Eine Qual für alle

35 Minuten musste Andrea Travelli auf die Ambulanz warten, eine Ewigkeit bei Notfällen. Travelli ist 60 Jahre alt, seit einer Woche hat er hohes Fieber und nichts als Paracetamol im Haus. „Es hilft nicht,“ sagt sein Schwiegersohn und betont jedes Wort, damit ihm die Stimme nicht bricht, „das Fieber geht nicht runter.“

Denn es verhält sich nicht so wie bei diesen berühmten Persönlichkeiten, die das Virus haben und sich dann beeilen, per Facebook Videos ins Netz zu stellen, die zeigen, dass es sich bloß um ein bisschen Husten zu handeln scheint, der sich mit etwas Milch und Honig behandeln lässt. „Einen Kranken zu Hause zu haben ist eine Qual“, sagt Travellis Schwiegersohn, „eine Qual für alle.“

Mehr muss er nicht sagen, jetzt, wo die Krankenwagen die Sirenen ausgeschaltet haben und nächtliche Ruhe eingekehrt ist. Hier und da spürt man die Aufregung einer Familie, die im Dunkeln wach wird, man sieht, wie die Lichter angehen, eins nach dem anderen: ein Sohn, ein Bruder, der Atemnot hat. Und Panik. Denn dann kommt der Moment, nicht einmal, sondern viele Male: der Moment, in dem man sich entscheiden muss.

„Für uns, die als Erste da sind, ist das schwierig“, sagt Samantha Cortesi, seit 45 Jahren beim Roten Kreuz. „Wir sind gewohnt, einen Patienten zu stabilisieren. Wenn wir kommen, stellen wir normalerweise das Nötigste fest und dann geht's ins Krankenhaus. Aber jetzt müssen wir entscheiden, Krankenhaus ja oder nein, und zwar binnen wenigen Minuten“, sagt sie, bevor sie mit der nötigen Feinfühligkeit den Töchtern von Andrea Travelli erklärt, dass es in diesem Moment für den Vater im Krankenhaus gefährlicher sein könnte als zu Hause, wo es nur Paracetamol gibt. „Er wird es überstehen“, versucht sie die Töchter zu beruhigen. „Zumindest atmet er, wenn er nicht hustet.“

„Unter normalen Umständen“, erklärt Samantha Cortesi hinterher, „hätten wir ihn in die Notaufnahme gebracht, keine Frage. Aber in der jetzigen Situation, so dramatisch es sein mag und auch wenn man es uns für immer übel nehmen wird, haben wir die Verpflichtung, sie zu warnen, es könnte sein, dass ihr euren Angehörigen erst als Toten wiederseht.“

„Schlimmer noch“, sagt sie. „Sie haben sogar die Beerdigungen ausgesetzt. Nicht einmal als Toten wollen sie dich.“

Übersetzung aus dem Italienischen von Sabine Seifert

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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