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Clinton will US-Urwälder retten

■ Weder Holzarbeiter noch Umweltschützer sind glücklich mit dem Plan

Washington/Berlin (dpa/taz) – US-Präsident Bill Clinton will die Urwälder an der Pazifikküste im Nordwesten der USA mit einem Drahtseilakt retten: Der Holzeinschlag in den staatlichen Forsten soll um fast zwei Drittel reduziert werden, während die Holzindustrie in den nächsten fünf Jahren zum Ausgleich 1,2 Milliarden Dollar erhält, mit denen Umschulungsmaßnahmen bezahlt werden sollen. Außerdem untersagte Clinton den Export von unbearbeiteten Baumstämmen in asiatische Billiglohnländer. Statt dessen müssen die staatlichen Stämme in der Region verarbeitet werden. Allein im Staat Washington hängen davon 6.000 Arbeitsplätze ab.

Andererseits mußte der Präsident einräumen, daß der lange angekündigte „Kompromiß“ auch etwa 6.000 Holzarbeiter ihren Job kosten wird. Mit Hilfe des Fonds sollen jedoch 8.000 neue Arbeitsplätze entstehen, glaubt Clinton. „Wir wissen, daß unsere Lösungen nicht jeden glücklich machen“, sagte er am Donnerstag. „Vermutlich werden sie überhaupt niemanden glücklich machen.“

Clinton behielt mit seiner Prophezeiung recht. Umweltschutzorganisationen sagten am Freitag, daß sie von einer Regierung der Demokraten mehr erwartet hätten, zumal Vizepräsident Al Gore ein Buch zum Umweltschutz verfaßt habe. „Wir halten nicht viel von dem Plan“, sagte Debbie Sease vom „Sierra Club“. Aber auch die Holzindustrie ist nicht zufrieden: Verschiedene Unternehmer kündigten an, daß sie Clintons Kompromiß im Senat und vor den Gerichten bekämpfen werden. Barry Polsky vom US-Verband der Wald- und Papierindustrie sagte: „Nun haben sie 90 Tage lang über eine Lösung beraten, die alles beim alten beläßt – nämlich beim Streit vor Gericht.“ Ein anderer Sprecher der Holzindustrie warnte, daß 40.000 Arbeitsplätze gefährdet seien.

Von den Urwäldern in den Bundesstaaten Washington, Oregon und Kalifornien sind nur noch etwa zehn Prozent oder eine Million Hektar in staatlichem Besitz. Die Regenwälder in den gemäßigten Zonen der USA und Kanadas gelten für das Weltklima und die ökologische Vielfalt als genauso wertvoll wie die tropischen Urwälder. Es leben dort rund 600 Pflanzen- und Tierarten, darunter die gefleckte Eule, deren Schutz schon vor Jahren den Streit zwischen Umweltschützern und Forstindustrie ausgelöst hatte. RaSo

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