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Christo sieht sich vor letzter Chance

■ Der amerikanische Verpackungskünstler will den Umbau des Reichstags für seine seit 20 Jahren geplante Aktion nutzen

Berlin. Der „Verpackungskünstler“ Christo sieht eine letzte Chance, das von ihm seit mehr als 20 Jahren verfolgte Projekt einer Verhüllung des Reichtstagsgebäudes doch noch zu realisieren. Mit Blick auf den geplanten Umbau des Gebäudes – ein Architektenwettbewerb dazu wird in den nächsten Wochen entschieden – sagte der bulgarisch-amerikanische Künstler in einem Spiegel-Interview, daß mit dem Beginn der Bauarbeiten das Projekt für ihn gestorben sei. „Ich will den Reichstag so verhüllen, wie er ist, nicht irgendeinen völlig veränderten Bau. Das ist meine letzte Chance.“

Nach Angaben Christos ist der Widerstand im Bundestag gegen sein Projekt weiterhin stark. „Der Reichstag ist zur heiligen Kuh geworden“, meinte er und verwies auf die neue politische Funktion des Baus nach der deutschen Einheit. Auf die Frage, ob sein Projekt nach der Überwindung der Teilung nicht seine symbolische Bedeutung – die Teilung – verloren habe, antwortete Christo: „Nein. Wir spüren ja immer noch die Nachwehen der Teilung. Deutschland befindet sich in Aufruhr, denken Sie nur an den Rechtsradikalismus.“ In der Verhüllungsaktion würde sich auch die ganze historische Entwicklung spiegeln, meinte Christo.

Unter dem Motto „Christo in Berlin“ werden vom 7. bis zum 31. Januar etwa 50 Werke des amerikanischen Künstlers gezeigt, darunter Zeichnungen und Collagen sowie ein Modell des umstrittenen Projekts „Verhüllter Reichstag“. Die Christo-Schau findet in den Ausstellungsräumen der Akademie der Künste statt. dpa

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