Chert Lüdde: Der Spirit von Hundertschaften
Foto: Trevor Lloyd, Courtesy: die Künstlerin und ChertLüdde Gallery
Als sie anfing, Schutzschilder mit Acryl oder Öl zu bemalen, da griff Zora Mann zunächst auf die klassischen Beschusshemmer von Polizisten zurück. Die lange, gewölbte Form, die einem sonst aus Plexiglas von gepanzerten Hundertschaften bekannt ist, widmete sie plötzlich zum Untergrund für ihre harmonischen Muster um. Sie malte geometrische Figuren in pastell tönenden Strahlen auf das eigentlich brutale Objekt und verfremdete es mit einer spirituellen Malerei, die an die anthroposophischen Arbeiten von Hilma Af Klint oder an folkloristische Vektorornamente erinnert. Bei ChertLüdde zeigt sie erneut Schilder, allerdings ist ihre Schutzfunktion kaum noch zu erkennen. Zora Mann überformt Ösen und Griffe zu Ohren, Bäuchen oder Beinen. Nun scheinen einem in der Galerie abstrakte Figuren anzublicken. Man könnte sie sich vor den Körper halten und den Widerspruch von Gewalt und Harmonie dieser hölzernen Kreaturen auf sich selbst übertragen. Der Titel der Ausstellung fordert dazu auf: „Being and Your Own Form“. (soj)
Bis 2. 2., Di.–Sa. 12–18Uhr, Ritterstr. 2A
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