CSUler Scheuer verzichtet auf Doktortitel

Flucht nach vorne

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer will in Zukunft auf das Führen seines Doktortitels verzichten. Und reagiert damit auf kritische Stimmen.

Eine Flucht nach vorne? CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer verzichtet ab sofort auf seinen Titel. Bild: dpa

MÜNCHEN afp | „Um eine kaum handhabbare Praxis beim Führen des Titels zu vermeiden, habe ich mich entschieden, vom Führen des Titels künftig völlig abzusehen“ sagte der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer der Bild am vergangenen Samstag. Scheuer darf sein in Prag erworbenes kleines Doktorat nur in Bayern und Berlin als Dr. führen, in allen anderen Bundesländern dagegen nicht.

Der frisch gekürte Generalsekretär reagierte mit seinem Schritt auf eine Berichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dieser zufolge ist die wissenschaftliche Leistung Scheuers für den bislang in seinem Lebenslauf und auch bei offiziellen Anlässen ausgewiesenen Doktortitel nur mit einem Master-Studienabschuss vergleichbar.

Außerdem berichtete die FAZ auch von Vorwürfen, wonach Scheuer eine längere Textpassage aus einer Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung übernommen habe.

„Wenn sich die Plagiatsvorwürfe bewahrheiten, kann es nur eine Konsequenz geben: Wer betrügt, der fliegt“, erklärte Grünen-Landtagsfraktionschefin Margarete Bause am Freitag in München. Auch der Verzicht auf das Führen des Titels schaffe den Betrugsverdacht nicht aus der Welt.

Einmal zahlen
.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben