: CO2-Halbierung als Fernziel
■ Energieleitstelle des Senats will Kohlenmonoxidausstoß um 25 Prozent reduzieren/ Konferenz zur Umsetzung der UNCED-Beschlüsse in Berlin
Berlin. »Um 25 Prozent kann Berlin seinen CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2010 aus eigener Kraft reduzieren.« So faßte Klaus Müschen von der Energieleitstelle des Berliner Umweltsenats das Ergebnis des in der vergangenen Woche fertiggestellten Energiekonzepts zusammen, das nach der Sommerpause der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Die vom Senat unterschriebene Verpflichtung des »Klima-Bündnisses«, den Kohlenmonoxidausstoß bis 2010 auf die Hälfte zu senken, sei allerdings ohne eine Änderung der Bundes- und EG-Gesetzgebung nicht zu erreichen, erklärte Müschen am Ende der dreitägigen Rio-Nachbereitungskonferenz, die von »Germanwatch« und der »Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit« des Senats organisiert worden war.
Während Umweltsenator Hassemer bereits Berlin als Standort für die internationale Folgekonferenz zu Rio anpreist, wurde auf der Tagung zunächst eine Bilanz der vergangenen UNCED-Konferenz gezogen und die Umsetzung der Rio-Beschlüsse in Berlin diskutiert. Letzteres, die kleinteilige Diskussion der konkreten Umsetzungsmöglichkeiten mit Leuten aus der Praxis, erwies sich denn auch als sehr viel ergiebiger als die professoralen Diskussionen. Peter Hennicke vom Freiburger Öko-Institut forderte »Pilotprojekte, die beispielhaft sind und popularisiert werden können«. So wurde mit den Stadtwerken Kassel ein Prämiensystem entwickelt, das Verkäufer von Haushaltswaren belohnt, wenn sie die jeweils energiesparendsten Geräte verkaufen.
Auch für Berlin hagelte es eine ganze Reihe von »machbaren« Vorschlägen mittlerer Reichweite, von der Tarifstruktur von BEWAG und EBAG bis hin zu Änderungen in der Landeshaushaltsordnung, damit öffentliche Einrichtungen eine konkrete Motivation zum Energiesparen bekommen, weil das gesparte Geld in ihre eigenen Kassen und nicht die des Finanzsenators fließt. Und natürlich Verkehr: In öffentlichen Verwaltungen müßten BVG-Karten wie Essensmarken ausgegeben werden.
Mit dem Ziel der CO2-Halbierung sind nach Müschens Ansicht Bevölkerung, Verwaltung und politisch Handelnde »strukturell überfordert«. Und auch bei dem bescheideneren 25-Prozent-Reduzierungsszenario für Berlin der Energieleitstelle »müssen wir durch die Köpfe der Menschen erst noch durch«. Denn ein Konzept ist noch lange kein Senatsbeschluß. Bert Hoffmann
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