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CDU-Kreuzberg will kleistern

■ In der Carl-von-Ossietzky-Schule will die CDU nun doch nur teilsanieren / BVV-Beschluß: Sanieren mit Tiefbau-Investitionsmitteln

Mit scharfen Worten attackierte die Kreuzberger CDU gestern den am Abend zuvor mit der Mehrheit von SPD und AL gefaßten Beschluß der BVV-Kreuzberg, acht Millionen Mark aus Tiefbau -Investitionsmitteln für die Jahre 1989 bis '91 zur Asbestsanierung der Carl-von-Ossietzky-Schule zu verwenden. Das beschlossene Verfahren sei abenteuerlich, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gramatzky, da wichtige Tiefbaumaßnahmen damit hinausgezögert würden und die Gelder selbst bei Zustimmung des Finanzsenators frühestens im nächsten Jahr zur Verfügung stünden. Damit würde die katastrophale Lage von Schülern und Lehrern unverantwortlich verlängert. Darüber hinaus befürchtet Bezirksbürgermeister Krüger negative „beschäftigungspolitische Auswirkungen“.

Im Interesse der Schüler, so Frau Gramatzky, sei die Kreuzberger CDU nach dem kategorischen Nein des Senats zu einer Grundsanierung der Schule von ihrer ursprünglichen Haltung abgerückt und befürworte nun doch eine Teilsanierung. Das Gebäude soll für 750.000 Mark verklebt und verfugt werden. Nach Aussagen der Senatsschulverwaltung könne der Unterricht in der Ossietzky-Schule nach den Herbstferien wieder beginnen, sofern die Meßwerte bei Kontrollmessungen nicht über 1.000 Fasern pro Kubikmeter lägen.

Baustadtrat Orlowsky, dessen Amt die Sanierungsmaßnahmen durchführen muß, besteht weiterhin auf einer Grundsanierung, da ein Verkleben der Fugen reine Augenwischerei sei. Sein Amt prüft bereits, welche Tiefbaumaßnahmen zugunsten der Asbestsanierung hinausgeschoben werden könnten. Falls der Senat auch hierzu seine Zustimmung verweigere, so Orlowsky, solle er „die Schule selber verkleistern und die Verantwortung dafür tragen“.

Gerd Thorns

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