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Bush will Reis nach Korea verkaufen

■ Südkorea und USA wollen auf Manöver verzichten, wenn Nordkorea Nuklearanlagen inspizieren läßt

Seoul (dpa/afp/taz) — US-Präsident George Bush hat gestern in Seoul erneut die nordkoreanische Nuklearpolitik als größte Gefahr für den Frieden in Nordostasien bezeichnet. Er forderte die Regierung in Pjöngjang auf, das Sicherheitsabkommen zum Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen. Wenn das Regime seinen internationalen Verpflichtungen nachkomme, so Bush auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Roh Tae Woo, dann wären Südkorea und die USA auch bereit, in diesem Jahr auf das gemeinsame Militärmanöver „Teamgeist“ zu verzichten. Die nordkoreanische Regierung habe signalisiert, so hieß es aus dem Seouler Außenministerium, sie werde möglicherweise schon in dieser Woche das Sicherheitsabkommen in Wien unterzeichnen.

Eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea soll von weiteren Fortschritten im innerkoreanischen Dialog abhängig gemacht werden. Die USA würden ihren Bündnisverpflichtungen gegenüber dem Süden weiter nachkommen und so lange in Korea bleiben, wie es die Regierung wünsche, erklärte Bush. Gegenwärtig sind in dem ostasiatischen Land rund 40.000 amerikanische Truppen stationiert.

Der US-Präsident wandte sich in seinen Gesprächen in Seoul auch gegen jede neue Form von Isolationismus, nachdem die Ära des kalten Krieges zu Ende gehe, neue Demokratien entstehen und der Welthandel enorm zunehme.

Meinungsfreiheit, freie Wahlen und Privateigentum, dies seien, so Bush, die Eckpfeiler der neuen Weltordnung. Ob er die südkoreanische Regierung aufgefordert hat, sich für die Freilassung politischer Gefangener einzusetzen, ist bislang nicht bekannt.

Von Südkorea, das vom freien Handel erheblich profitiert habe, verlangte er die Beseitigung von Marktbeschränkungen. Die USA fordern von Südkorea vor allem eine schnelle Öffnung des Marktes für Reis, elektronische Informationssysteme und Finanztransaktionen. Gegen den amerikanischen Druck zur Marktöffnung protestierten am Rande des Gipfels Bauern, Studenten und Dissidenten. Die südkoreanischen Farmer fürchten um ihre Existenz, wenn billige Reisimporte nach Korea fließen.

Heute reist George Bush weiter nach Japan, wo sich seine Gespräche vorrangig um bilaterale Handelsfragen drehen werden, eine weitere Öffnung des japanischen Marktes für amerikanische Produkte und damit die Ankurbelung der amerikanischen Exportwirtschaft. Dabei mag er sich begründete Hoffnungen auf ein Entgegenkommen von seiten der japanischen Regierung machen, versprach doch Premier Kiichi Miyazawa erst gestern, Japan wolle sich als „Freund in der Not“ erweisen, und die Zulassung amerikanischer Fahrzeuge in Japan erleichtern.

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