piwik no script img

Brüterfinanzierung bis 1991 gesichert

■ Stromunternehmen beteiligen sich nach einer Intervention von Bundeskanzler Kohl am Schnellen Brüter in Kalkar

Düsseldorf (taz/dpa) - Die Finanzierung der sich pro Jahr auf 105 Millionen Mark belaufenden „Wartekosten“ für den Schnellen Brüter in Kalkar scheint bis 1991 gesichert. Bundeskanzler Kohl ist es bei einem Gespräch mit Vertretern der Stromunternehmen offenbar gelungen, deren Finanzierungsanteil sicherzustellen. Nachdem die baden -württembergischen Badenwerke vor einigen Monaten angekündigt hatten, für den Brüter keine weiteren Millionen mehr locker zu machen, war das Finanzierungsmodell ins Schleudern geraten. Nach dem Modell sollten die Kosten zu je einem Drittel vom Bund, vom Hersteller des Brüters und den Elektrizitätsversorgungsunternehmen übernommen werden. Nach dem Ausscheren des Badenwerkes hatte der Haushaltsausschuß den Anteil des Bundes gesperrt. Informationen von 'dpa‘ zufolge springen nun offenbar die Bayer-Werke und Preußen -Elektra für die Kalkar-Gegner aus dem Südwesten ein. Von beiden Unternehmen war eine Stellungnahme bis Redaktionsschluß nicht zu erhalten.

Nach dem Kanzler-Gespräch dürfte die Finanzierung bis zu den nächsten Landtagswahlen in NRW - und nur darum geht es endgültig klar sein. In Bonn geht man zurecht davon aus, daß die Düsseldorfer Landesregierung vor der Wahl keine Betriebsgenehmigung mehr für Kalkar erteilen wird. Ein Sprecher des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums erklärte, durch die Sicherstellung der Finanzierung sei für die Genehmigungsbehörde „kein neuer Tatbestand“ gegeben. Das Genehmigungsverfahren werde „so zügig wie möglich“ abgewickelt.

In der nächsten Woche will nach Bonner Informationen der Haushaltsausschuß über eine mögliche Freigabe des gesperrten Bundesanteils in Höhe von 35 Millionen Mark für 1989 beraten. Die „Überwinterungskosten“ für das fast fertige Sieben-Milliarden-Projekt Kalkar betragen jährlich 105 Millionen Mark.

Js

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen