: Bremen am Fluß: Wer kriegt das Sahnestück?
Es könnte alles so schön sein: Wohnen in und am Strom, draußen fließt breit und ruhig die Weser, die Segelyachten schaukeln sacht am Kai. Eine neue Insel mitten im Fluß wird bebaut, Brücken und Fähren verbinden die Ufer und Wohnen und Arbeiten koexistieren friedlich. Wenn Architekten träumen, geht leicht die Phantasie — Verzeihung: die Utopie mit ihnen durch. Der Senator für Stadtentwicklung erträumt für Bremen eine neue Identität als „Stadt am Fluß“.
Daß Träume aber nur Schäume sind, ruft das Hafenressort allen Visionären unbarmherzig in Erinnerung. Schließlich geht es um Arbeitsplätze und um die wirtschaftliche Zukunft der Stadt. Ob auf jedem Quadratmeter des 200 Hektar großen Geländes tatsächlich gearbeitet wird, tut nichts zur Sache. Auch die Hafenwirtschaft träumt: Von einer Renaissance der Häfen. Allein mit guten Worten wird sie sich nicht bewegen lassen, das „Sahnestück“ Bremens zum Verzehr freizugeben. Diemut Roether
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen