piwik no script img

Brauner Ring

■ Eduard Zimmermann im Zwielicht

Berlin/Potsdam (taz/ADN) – Fernseh-Denunzius Eduard Zimmermann, der auf öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Kanälen Verbrecher jagt, bewegt sich selbst im von ihm so gern zitierten sogenannten Milieu: nämlich im rechten. Wie ein Beitrag des ARD-Politmagazins „Kontraste“ am Montag enthüllte, wollte Zimmermann, der auch Chef der Verbrechensopfer-Hilfsorganisation „Weißer Ring“ ist, einen ganzen Landesverband der rechtsextremen „Republikaner“ geschlossen in den „Weißen Ring“ aufnehmen. Erst durch Intervention einiger Vorstandsmitglieder habe die Unterwanderung durch die Faschos verhindert werden können. Außerdem warf „Kontraste“ Zimmermann vor, Fälle aus dem „Weißen Ring“ für seine Sat.1-Reality- Show „K – Verbrechen im Fadenkreuz“ ohne Benachrichtigung und Einverständnis der Betroffenen zu vermarkten.

Brandenburgs Innenminister Alwin Ziel (SPD) drohte am Dienstag, aus der Opfer-Hilfsorganisation „Weißer Ring“ auszutreten, wenn sich die zweifelhafte Verknüpfung von Hilfe und Vermarktung bestätigen sollte. Ziel sagte im ORB, Eduard Zimmermann schade sich mit Praktiken wie der Rep-Affäre bloß selbst.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen