piwik no script img

Braten am Mittelmeer

■ Wald auf Sardinien abgefackelt

Hamburg (dpa) – Schwere Waldbrände haben am Wochenende in Italien, Spanien und Frankreich tausende Hektar Wald zerstört und Hunderte von Urlaubern zeitweise aus ihren Quartieren getrieben. In Italien wüteten die Flammen am schlimmsten im Norden der Insel Sardinien, wo am Samstag über 500 Urlauber in der Nähe von Olbia mit Booten aus ihren Feriendörfern evakuiert werden mußten. Der sardische Zivilschutz rief am Sonntag „schweren Notstand“ auf der Ferieninsel aus.

Drei italienische Urlauber wurden am Samstag auf der Flucht in ihrem Auto vom Feuer eingeschlossen und erlitten schwere Brandverletzungen. Ein 57jähriger Mann starb am Freitag abend in der Nähe von Nuoro bei dem Versuch, seine Schafherde zu retten.

Insgesamt brannte es auf Sardinien zwischen Cagliari und Olbia an 20 Stellen. „Auf der Insel ist ein strategischer Plan der Zerstörung im Gange, hinter diesen Bränden steckt eine präzise kriminelle Absicht“, erklärte der Umweltassessor von Sardinien, Emanuele Sanna. Bei Olbia wurden zahlreiche Brandsätze gefunden.

Auch den Journalisten der dpa stieg die Hitze zu Kopfe. Spanien brannte nach ihrer Wahrnehmung am Wochenende wieder an allen vier Ecken. Begünstigt durch Hitze, Trockenheit und Wind fraßen Brände in Granada, Valencia, Barcelona, Tarragona und Huesca Tausende von Hektar Wald. Das schlimmste Feuer wurde in der Nähe von Granada gemeldet. 450 Hektar Waldbestandes verbrannten. Der Brand war gestern noch außer Kontrolle.

In der Region Valencia mußten rund 900 Menschen aus zwei Dörfern und mehreren Siedlungen evakuiert werden. Das Feuer brachte mehrere Bomben aus dem spanischen Bürgerkrieg 1936-39 zur Explosion, die noch nicht geborgen worden waren.

In Frankreich verbrannten auf Korsika und im Hinterland der Cote d‘Azur bei Draguignan innerhalb von 24 Stunden rund 1.700 Hektar Wald und Macchia. Bei den Löscharbeiten wurden zehn Feuerwehrleute verletzt.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen