piwik no script img

Bosch-Siemens verliert

Das Bosch-Siemens Hausgerätewerk fiel gestern erneut bei dem Versuch auf die Nase, einen unbequemen Gewerkschafter rauszuschmeißen. Das Landesarbeitsgericht wies einen entsprechenden Antrag der Firma zurück. Hintergrund: Der IG -Metall-Vertrauensmann Hüsyin Canpolat hatte auf einer Betriebsversammlung die Arbeitsbedingungen im Werk angeprangert. Er hatte unter anderem behauptet, eine Arbeiterin hätte aufgrund der schweren Arbeit eine Fehlgeburt erlitten. Bosch-Siemens ließ Canpolat daraufhin vom Werkschutz rausschmeißen und kündigte ihm fristlos. Mit der Begründung, die Meinungsfreiheit ende nicht am Werkstor, machte das Arbeitsgericht die Kündigung wirkungslos. Bosch -Siemens ging in Berufung, verlor gestern aber erneut, weil das Landesarbeitsgericht das erstinstanzliche Urteil bestätigte.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen