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Blumen und Plakate gegen Raser

■ Mahnwache für ein letzte Woche im Verkehr getötetes Kind

Rund 100 Anwohner blockierten gestern nachmittag zehn Minuten lang die Kreuzung Schmiljan-/ Ecke Handjerystraße in Friedenau. Anlaß der vom Fußgängerschutzverein (FUSS e.V.) ausgerufenen Mahnwache war der tragische Verkehrsunfall, bei dem der zweijährige Christoph in der vergangenen Woche tödlich verletzt wurde. Der 25jährige Fahrer hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war auf den Gehweg gerast. An der Unfallstelle wurde gestern ein schwarzes Holzkreuz aufgestellt, und mit Spruchbändern, Plakaten und Megaphon gedachte man des kleinen Jungen. „Hier sind ja schon viele Unfälle passiert“, sagte Monika Liebold, die seit 22 Jahren in der Schmiljanstraße wohnt, „aber das war wirklich der schlimmste.“

Bereits neun Kinder sind in diesem Jahr bei Verkehrsunfällen getötet worden. Die Waffe „Auto“ sei, so FUSS e.V., „die häufigste Todesursache für Kinder bis zum 14. Lebensjahr“. 1993 waren sogar 21 Kinder bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Die im Vergleich dazu relativ geringe Zahl in diesem Jahr bezeichnet Hinnerk Peters vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) als „natürliche Schwankung, die keinen Anlaß zum Frohlocken gibt“. Bei der Polizei hingegen sieht man darin den Erfolg ihrer „Maßnahmen“. Man habe die Anzahl der Ampelanlagen erhöht, die Beleuchtung an kritischen Stellen verbessert und mehr geschwindigkeitsbeschränkte Straßen eingerichtet, so Wolfgang Klang, Verkehrsreferent beim Landesschutzpolizeiamt.

„Die häufigste Unfallursache ist aber immer noch die Raserei“, so FUSS-e.V.-Mitglied Brigitte Domurath. Die Hauptschuld daran trage die unverantwortliche „Autoraserpolitik“. Mit der gestrigen Mahnwache in Friedenau erneuerte der FUSS e.V. seine Forderung nach Tempo 30 auf allen Straßen, auch auf Durchgangsstraßen. Darüber hinaus verlangt er mehr autofreie Straßen und ganze autofreie Stadtviertel. Patricia Pantel

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