: Bleibe für flüchtende Frauen
■ Frauen in Schwarz planen Flüchtlingshaus für Asylbewerberinnen
Bleibe für flüchtende Frauen
Frauen in Schwarz planen Flüchtlingshaus für Asylbewerberinnen
Seit Monaten stehen sie jeden Samstag mittag schwarz und schweigend vor dem Domportal: Die Bremer Frauen in Schwarz, die sich im Herbst letzten Jahres gegen Frauen- und Fremdenfeindlichkeit zusammengeschlossen haben. Und weil sie nicht nur schweigen wollen, sondern auch was tun, haben die Frauen in Schwarz eine Arbeitsgruppe gebildet, die ein Frauenflüchtlingshaus plant. Eine unbekannte Gönnerin, die ein Haus kaufen und zu einem günstigen Preis vermieten will, ist bereits gefunden, am Konzept wird noch gefeilt. Eins ist sicher: autonom wollen sie sein.
„Wir wollten nicht nur reagieren auf die Vergewaltigungen in Bosnien, also das, was im Moment passiert, wir wollen langfristig was machen“, erklärt Dagmar Engel, eine der Frauen in Schwarz. Nach dem Vorbild der „Villa Courage“ bei Freiburg wollen die Bremerinnen ein Frauenhaus gründen, in dem Flüchtlingsfrauen, die von ihren Männern geschlagen oder in ihrer Unterkunft von anderen Männern bedrängt werden, eine Zuflucht finden können.
In der städtischen Wohnungshilfe, die für die Unterbringung der AsylberwerberInnen zuständig ist, können die Sachbearbeiterinnen wenig Rücksicht auf die individuelle Situation einer Frau nehmen, sagt die zuständige Gruppenleiterin Beate Garbe. „Wenn wir was hören, versuchen wir zu helfen“, doch wer bei der Wohnungshilfe vorspricht, ist in der Regel männlich. Der Druck, dem viele Flüchtlinge ausgesetzt seien, und die Enge in den Massenunterkünften mache manche Männer gewalttätig, berichtet Dagmar Engel. Ihre Aggressionen lassen sie an den Frauen und Kindern ab.
Die alleinstehenden Flüchtlingsfrauen wiederum müssen sich häufig gegen Übergriffe von andern Männern zur Wehr setzen. 35 alleinstehende Flüchtlingsfrauen mit und ohne Kinder verwalteten die Frauen von der Wohnungshilfe im vergangenen Monat. Was in den Unterkünften wirklich geschieht, bleibt Wohnungshilfe und BetreuerInnen meist verborgen. Wenige der Frauen wenden sich in Bedrängnis an die Betreuer oder eine andere Anlaufstelle. „Wir müssen die Hausmeister sensibilisieren“, fordert Beate Garbe.
Für 16 bis 20 Frauen soll im Frauenflüchtlingshaus Platz sein, der tatsächliche Bedarf ist schwer zu ermitteln. Dennoch hoffen die Frauen in Schwarz, daß sie ihre Angebote durch Aushänge in den Unterkünften bekannt machen können. Außer einer Zuflucht wollen sie den Flüchtlingsfrauen auch Beratung in rechtlichen Fragen und Hilfe bei Behördengängen leisten. Das Frauenflüchtlingshaus kann jedoch nur in Notfällen eine Zuflucht sein, betont Dagmar Engel, „das ist keine langfristige Wohnmöglichkeit“. dir
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