: Bitterer Tod für Reh und Hase nach süßem Raps
Hamburg (dpa) - Das Reh torkelte wie berauscht über das Feld, reagierte nicht auf die Geräusche des sich nähernden Försters, schien ihn auch nicht zu sehen und ließ sich schließlich problemlos fangen. Das Tier litt unter einer Eiweißvergiftung durch Raps. Immer häufiger beobachten Jäger und Landwirte in der Bundesrepublkik bei Rehen und Hasen diese Erscheinungen. Allein im Hamburger Raum gehen seit einigen Jahren jedes Frühjahr zwischen 100 und 200 Rehe ein. Wenn sie nicht an den unmittelbaren Folgen der Vergiftung sterben, werden die berauschten Tiere von Autofahrern überfahren oder von Hunden gerissen. Schuld ist eine Rapssorte, die vor rund 15 Jahren gezüchtet wurde. Seit einigen Jahren wird dieser sogenannte Doppel–Null–Raps in der Bundesrepublik immer häufiger angebaut. Er enthält weniger Rohfasern, aber wesentlich mehr Eiweiß als andere Grünpflanzen. Außerdem fehlen ihm die rapstypischen Bitterstoffe. „Früher wurden die Pflanzen während des Wachstums immer ungenießbarer, so daß die Tiere von sich aus keine größeren Mengen Raps aufnahmen“, erklärte ein Experte. Das neue Grün aber wurde von den Rehen und Hasen für sehr schmackhaft befunden.
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