Bildungsstreik in Berlin: Weihnachten in der Uni
Die Studierenden der Freien und der Humboldt-Universität besetzen auch über Weihnachten die Hörsäle.
Den Christbaumschmuck aus Tampon-Engelchen haben die Studierenden der Freien Universität (FU) gebastelt. Über die Weihnachtsfeiertage wollen sie weiter den Hörsaal 1 A besetzen. "Das wird ein gemütliches Zusammensitzen", sagt Studentin Milka Berndt. Trotz der vorlesungsfreien Feiertage halten die Studierenden an der Besetzung ihres Hörsaals fest.
Seit fast zwei Monaten tobt in Berlin und Potsdam der Bildungsstreik. Die Anwesenheitspflicht und das Vergabesystem für die Master-Studiengänge sind zwei der zahlreichen Forderungen.
Das Weihnachts-Menü an der FU ist schon besprochen: Auf Elektro-Kochplatten im Audimax werden Klöße mit Rotkohl und Sojabratlingen feierlich erhitzt. Einige Studierende wollen ihre Familien an Heiligabend mit in den Hörsaal bringen, erzählt Milka.
Doch die Idylle wird gestört: Die Universitätsleitung will die Räume über Weihnachten abschließen. Darüber soll am heutigen Mittwoch verhandelt werden. Milka: "Die haben keinen vernünftigen Grund, uns einzuschließen." Die Studierenden würden allerdings auch hinter verschlossenen Türen ausharren.
Auch an der Humboldt-Universtität wollen die Besetzer über Weihnachten bleiben. Allerdings werden sie im Audimax warme Jacken benötigen: In Ferienzeiten wird die Heizung auf 10 Grad Raumtemperatur eingestellt. Die Studierenden behelfen sich mit einem Heizlüfter. Ihren Weihnachtsbaum haben sie mit Girlanden aus Bierdeckeln geschmückt. Am Abend des 24. werden die streikenden Studis von den Eltern einer Kommilitonin bekocht.
An den kleineren Berliner Universitäten entfällt der Streik oft wegen Personalmangels. Die Besetzer der Beuth Hochschule für Technik haben die Hörsäle über die Feiertage geräumt. Studentin Stefanie Fried von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen sagt: "Viele Leute fahren zu ihren Familien." Außerdem bräuchten sie eine "Regenerationsphase". Im Januar wollen die Besetzer aber weitermachen.
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