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Bihać: UNO sorgt sich um Versorgung

■ Während in Bihać weiter gekämpft wird, denkt die UNO an die Zeit danach / WEU berät über Eingreiftruppe für die umkämpfte nordwestbosnische Stadt

Bonn/Sarajevo (dpa/AP/taz) – Die westbosnische Stadt Bihać wird nach Aussagen ihres Bürgermeisters Hamdija Kabiljagić weiter von den serbischen Belagerern beschossen. Kabiljagić widersprach damit der Darstellung der UN-Schutztruppen, wonach in Bihać gegenwärtig relative Ruhe herrsche. In der Nacht zum Montag sei eine Moschee völlig zerstört worden, sagte der Bürgermeister in einem Funkgespräch. Den ganzen Tag über hätten die Kämpfe angedauert, die Serben hätten auch Zivilisten angegriffen.

Unterdessen machten westliche Politiker deutlich, daß sie nicht gewillt sind, für die Beendigung des Krieges in Bosnien Opfer zu bringen und dieser für sie eigentlich bereits beendet ist: So erklärte US- Verteidigungsminister Perry die Serben zu den „Siegern des Krieges“. Die Kämpfe bei Bihać hätten erneut die militärische Überlegenheit ihrer Truppen gezeigt. Die Niederlage der Muslime könne auch die Nato nicht mehr verhindern. Bundesaußenminister Klaus Kinkel ließ gestern eine Stellungnahme verbreiten, die klarstellte, daß der Westen nicht bereit sei, kämpfende Bodentruppen nach Bosnien zu entsenden. Da Luftschläge der Nato aber hierzu nicht ausreichten, könnte der Krieg auch nicht militärisch beendet werden. Daher bleibe – so gestern auch die Internationale Bosnien-Kontaktgruppe – allein der Verhandlungsweg. Nachdrücklich nahmen Kinkel und Perry die Nato gegen Kritik in Schutz. Nicht das Bündnis entscheide im Einzelfall über seinen konkreten Einsatz, sondern die Nato handele im Auftrag der Vereinten Nationen. Die Allianz sei bei ihren militärischen Schlägen nur so stark, wie die UN es wollten und zuließen.

Und auch die UNO macht sich bereits über die Zeit nach dem Kampf um Bihać Gedanken. Sollte der von ihr entwickelte Vorschlag einer Entmilitarisierung des Gebiets von beiden Kriegsparteien akzeptiert werden, fange die „harte Arbeit“ an. So müsse unter anderem die Trinkwasser- und Stromversorgung für rund 70.000 Menschen organisiert werden. Damit habe man auch in anderen Schutzzonen Probleme. So ist es derzeit allein die „Gruppe der Liberalen“ der parlamentarischen Versammlung der Westeuropäischen Union, die zumindest die Forderung nach einer westlichen Eingreiftruppe für Bihać erhebt. Ein von ihr eingebrachter Dringlichkeitsantrag soll am Mittwoch vormittag beraten werden. Ziel der Eingreiftruppe, über deren Stärke zunächst keine Angaben vorlagen, soll sein, den „UN-Schutzzonen in Bosnien Achtung zu verschaffen und weitere Massaker zu verhindern“. her

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