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Bewußtseinser- weiternde Erfahrung

■ betr.: „Protest gegen Abschiebung im Terminal“, taz vom 19.12.94

Die neue Gruppierung ZOP (Zivile Oppositions Politik) hat ein Wunder vollbracht: Unter ihrer weisen Führung hat sich der BGS am Flughafen endlich öffentlich als das herausgestellt, was er schon immer zu sein behauptet: eine humanitäre Organisation. Da kann der kirchliche Flughafen-Sozialdienst nur beschämt von seiner jahrzehntelangen Illusion, einziger Anwalt der Flüchtlinge am Flughafen zu sein, Abstand nehmen.

Zu dieser bewußtseinserweiternden Erfahrung bedurfte es allerdings subtiler Vorarbeit. Für zukünftige Nachahmer einer derartigen Geschenkaktion sei daher hiermit folgende Strategie empfohlen: 1. Man informiere eine betroffene Einrichtung und ihre Verantwortlichen grundsätzlich nicht vorher, sondern überlasse dies den staatlichen Behörden. 2. Man ignoriere die pädagogischen Einwände der Einrichtung und bestehe darauf, Flüchtlinge wie in einem Zoo zu besichtigen. 3. Man treffe in letzter Minute telefonische Absprache mit der betreffenden Einrichtung, versuche jedoch unbedingt, diese vor Ort mit Unterstützung der staatlichen Behörden zu unterlaufen und die diensthabenden KollegInnen der Einrichtung moralisch unter Druck zu setzen. 4. Man sorge für die Anwesenheit der Presse, verschweige jedoch absprachewidrig das Angebot der betreffenden Einrichtung, einen Besuch mit persönlicher Geschenkübergabe zu einem abgesprochenen Termin zu ermöglichen. 5. Man ignoriere die Meinung der SozialarbeiterInnen vor Ort und lasse Geschenke, die diese so nicht entgegennehmen wollen, einfach zurück.

Die Beherziger solcher Lehren dürfen sich mit Fug und Recht mit dem Ehrennamen „Zielgerichtete Obstruktions Politik“ schmücken. Gudrun Patasch, Leiterin des

Flughafen-Sozialdienstes,

Frankfurt am Main

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