: Bewegte Bilder
■ Ein „Videokabinett“ im Frauenkulturhaus „Thealit“
Ein Kabinett, das erinnert an alte Zeiten — oder an Gruseliges. Der Duden sagt, es ist ein Prunkmöbel der Renaissancezeit zum Aufbewahren von kostbaren Dingen in zahlreichen Schubladen. Erstens. Oder ein Arbeitszimmer. Zweitens.
Am Wochenende gibt es ein Videokabinett im Thealit-Frauenkulturhaus zu sehen. Das ist eine Mischung aus beidem — allerdings ohne Schrank! Dafür mit flimmernden Kostbarkeiten: Das sind elf Künstlerinnen-Videos, unter anderem von Kathleen Roger, Hella Böhm, und Claudia Reiche. Auf sechs Bildschirmen werden sie endlos gezeigt, stundenlang und gleichzeitig laufen sie und laufen. Dort, wo im Cafe an der Wand sonst nur Gemälde und Fotos hängen, bewegen sich dann die Bilder — die Bildschirme sind in eine Papierwand integriert.
Der niederschlagende Effekt „Kneipe mit Fernsehbeschallung“ wird trotz der Bildschirmmassen nicht eintreten: Schon weil der Ton aus 20 Kopfhörern nur gedämft in den Raum rascheln kann.
ede /f: Böhm
Eröffnung: Samstag, 16 Uhr. Zu sehen auch am Sonntag, 12-16 Uhr und Montag, 12 — 17 Uhr. Nur für Frauen. Währenddessen kein Cafe-Betrieb.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen