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Bewag hübsch verteilt

Kein Mehrheitsaktionär für Berliner Strom-Monopoly: HEW und US-Konzern Mirant erhalten je 42 Prozent

HAMBURG taz ■ Der Verkauf des Berliner Energiemonopolisten Bewag ist so gut wie perfekt. Die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) und der US-Konzern Mirant sollen mit je 42 Prozent die „partnerschaftliche und gleichberechtigte Führung der Bewag“ erhalten. Das sieht ein Vergleich vor, der gestern zwischen Mirant und dem bisherigen Bewag-Hauptaktionär Eon geschlossen wurde. Diese Einigung folgt nach neunmonatigem Streit dem zunächst abgelehnten Kompromissvorschlag eines Schiedsgerichts.

Wegen kartellrechtlicher Auflagen muss Eon sich bis zum 30. April von seinem 49-prozentigen Aktienpaket an der Bewag trennen. Geplant war der vollständige Verkauf an die Hamburger, die nur zu gern zur dritten Kraft auf dem deutschen Energiemarkt aufsteigen würden. In ihren Planspielen ist die Bewag der wichtigste Baustein für einen nordostdeutschen Stromkonzern unter Einschluss der ostdeutschen Veag und Laubag. Bewag-Minderheitsaktionär Mirant jedoch wollte sich nicht ausbooten lassen und hatte diesen Deal gerichtlich angefochten.

Dem jetzt erzielten Kompromiss muss der Berliner Senat noch zustimmen. Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) hat bereits für Ende April HEW und Mirant zum Spitzentreffen eingeladen, um die Zukunft der Bewag abzusichern. SVEN-MICHAEL VEIT

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