: Betrug in Millionenhöhe
■ Prozeß gegen Kaufmann wegen Immobiliengeschäften
Berlin. Ein 45jähriger Kaufmann steht seit gestern wegen Betruges in Millionenhöhe im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften in Berlin und den neuen Bundesländern vor einer Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts. Der zu Anfang des Jahres 1990 nach einer Haftverbüßung mittellos nach Berlin gekommene Angeklagte soll Häuser und Büroetagen angemietet und seine Geschäftspartner dabei über seine wirtschaftlichen Verhältnisse getäuscht haben. Ihm sei bewußt gewesen, so die Anklage, daß er seinen Zahlungsverpflichtungen nicht würde nachkommen können. Vor Gericht sagte der Industriekaufmann, er habe genügend Unrechtsbewußtsein zu wissen, daß sein Verhalten zum Teil jenseits der Legalität gelegen habe. Er sei jedoch nicht mit betrügerischen Absichten nach Berlin gekommen, sondern habe in der Euphorie nach der Wende hier eine neue Existenz gründen wollen.
37 Fälle von Betrug von April 1990 bis September 1991 werden dem Kaufmann vorgeworfen, so eine Büroetage im Bezirk Mitte für einen Jahresmietzins von rund 420.000 Mark selbst angemietet zu haben. dpa
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