: Betr.: Wahlen in Bosnien-Herzegowina
Die rund 2,9 Millionen bosnischen Wähler haben die Auswahl unter 29 Parteien, 17 in der kroatisch-moslemischen Föderation und 12 in der Serbischen Republik in Bosnien. Die wichtigsten im Überblick:
Partei der Demokratischen Aktion (SDA): Die nationale Partei der bosnischen Muslime ist seit ihrer Gründung 1990 in Sarajevo an der Macht. Vorsitzender ist Alija Izetbegović, der auch Kandidat für die bosnische Präsidentschaft ist. Die SDA tritt in ganz Bosnien an.
Serbische Demokratische Partei (SDS): Die serbisch-nationalistische Partei wurde 1990 von Serbenführer Karadžić gegründet. Parteivorsitzender nach Karadžić' Rücktritt ist Aleksa Buha. Für die Präsidentschaft kandidiert Momcilo Krajisnik; Kandidatin für das Präsidentenamt in der „Serbischen Republik“ ist Biljana Plavšić.
Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ): Die nationalistische kroatische Partei wurde im August 1990 als bosnischer Ableger der Partei des kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman gegründet. Parteivorsitzender ist Bozo Raić; Kandidat für die Präsidentschaft ist Kresimir Zubak.
Partei für Bosnien-Herzegowina: (SBiH): Die anti-nationalistische Partei wurde im April 1996 vom ehemaligen bosnischen Ministerpräsidenten Haris Silajdžić gegründet, der auch Parteivorsitzender und Kandidat für die Präsidentschaft ist. Die SBiH tritt in ganz Bosnien an.
Volksdemokratische Gemeinschaft (DNZ): Die Partei wurde im Februar 1996 von Fikret Abdić gegründet. Abdić kandidiert für die Präsidentschaft.
Vereinigte Liste (ZLBH): Anti-nationalistisches Parteienbündnis, im Juni 1996 aus fünf Oppositionsparteien gebildet. Kandidat für die Präsidentschaft ist Ivo Komsić.
Demokratischer Patriotischer Block der Serbischen Republik (DPB): Eine nationalistische Koalition aus serbischen Oppositionsparteien. Kandidat für das Präsidentenamt ist Pedrag Radić. Kandidat für die Präsidentschaft ist Milan Ivanić.
Allianz für Frieden und Fortschritt (SMP): Nationalistische Koalition serbischer Oppositionsparteien, deren Kern die Sozialistische Partei ist, ein Ableger der Milosević-Partei. AFP
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen