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Betr.: Karl Raimund Popper

Karl Raimund Popper, 1902 in Wien geboren, wuchs im Milieu des liberalen Bürgertums auf; zur Erkenntnistheorie will er durch die Lektüre von „Nils Holgerssons wunderbarer Reise“ gekommen sein. Als Schüler nimmt er Kontakt zu den Sozialisten auf; 1919 wird er Kommunist – pazifistisch gesonnen. Nach der brutalen Niederschlagung einer Demonstration im gleichen Jahr distanziert er sich, schockiert von der Gewalt, vom Kommunismus. Er verläßt das Elternhaus, arbeitet im Straßenbau und besucht Vorlesungen über theoretische Physik. Nebenbei Tischlerlehre. Er studiert bei Rudolf Carnap und Karl Bühler und findet Zugang zum „Wiener Kreis“. Popper verläßt Österreich 1937 gemeinsam mit seiner Frau Josephine und geht als Hochschullehrer nach Christchurch in Neuseeland. 1945 siedelt er nach London über. Dort lehrt er an der renommierten London School of Economics. 1965 Adelstitel. In den sechziger Jahren wird Popper vor allem in Deutschland als „Reaktionär“ angegriffen, der das herrschende System gegen Kritik immunisieren wolle. Der Streit mit der Kritischen Theorie Adornos und Habermas' ist als „Positivismusstreit“ bekannt geworden.

Sir Karl Raimund Popper mit dem Dalai Lama Foto: Archiv Popper

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