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Betr.: "Jugendberatung konkret"

„...und dann denke ich, mein Gott, wie wenig kannst du wirklich helfen, außer daß du gut zuhörst und versuchst, dich da reinzuversetzen.“ – Worte einer Jugendberaterin, die sich in dem dieser Tage erschienenen „Jugendberatung konkret“ finden. Es ist ein Bericht aus den Reparaturwerkstätten dieser Gesellschaft. JugendberaterInnen in West- und Ostberlin haben den beiden Sozialforscherinnen Elke von der Haar und Dorotheé Unger über ihre Tätigkeit berichtet: Jugendliche wehren sich häufig gegen trübe Lebensperspektiven, indem sie Illusionen nachhängen oder resignieren. Die JugendberaterInnen setzen dem „Konzepte aus dem Kopf“ entgegen – schriftlich formulierte Strategien gibt es kaum. Das Leseerlebnis der Studie ist geprägt von teilweise erschütternden O-Tönen aus dem Beratungsalltag. Ungeschminkt berichten die Berliner JugendberaterInnen etwa über das, was selbst sie „hilflos“ gemacht hat. Das sind zuallererst „besonders schwierige Lebenssituationen“ der jungen Gestrandeten – fast immer mit Berufs- und/oder Wohnungslosigkeit verbunden. Im Ostteil der Stadt trägt das Phänomen zur Hilflosigkeit von JugenberaterInnen bei, daß die Jugendlichen ihre Situation nicht artikulieren können. „Ja, es gibt Problematiken, [...] da besteht eine Stunde Gespräch aus einer Stunde Schweigen.“

cif/Foto: Franklin Hollander

von der Haar/Unger. „Jugendberatung konkret“. Berlin 1993. Eigenverlag der Alice-Salomon-Hochschule, vormals FHSS. DM 16,80

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