Berlins Badesaison beginnt: „Wir nennen das betreutes Essen“

„Daggi“ Keuenhof und „Matze“ Kutscha sind mit ihrer Cafeteria das Herz des Prinzenbads. Am Montag geht die Badesaison los – unter Corona-Bedingungen.

Matthias Kutscha und Dagmar Keuenhof betreiben die Cafeteria im Prinzenbad Foto: André Wunstorf

taz: Daggi und Matze, die Freibadsaison beginnt dieses Jahr unter außergewöhnlichen Bedingungen. Was bedeutet das für eure Cafeteria im Kreuzberger Prinzenbad?

Daggi: Ich habe meine Glaskugel nicht poliert. Aber ich vermute mal, dass wir wegen der Einlassbeschränkungen und Hygieneregeln am Ende der Saison mit einem Minus rausgehen werden.

330.000 Besucher hatte das Prinzenbad im Rekordsommer 2018. Als es besonders heiß war, waren das bis zu 9.000 Leute pro Tag.

Daggi: Wir können uns glücklich preisen, wenn wir diese Saison auf eine Gesamtzahl von 60.000 Besuchern kommen. Aber nicht mal daran glaube ich, wenn die Corona-Auflagen so streng bleiben, wie sie zurzeit sind.

Matze: Viele Gastronomen sagen, finanziell wäre es eigentlich besser, den Laden zuzulassen.

Warum macht ihr dann auf?

Daggi: Aus Loyalität zu unseren Gästen. Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Mitgefangen, mitgehangen. Dieses Gejammer, wie schlimm alles ist, geht mir auf den Zeiger. In Deutschland sind wir bisher doch glimpflich davongekommen, was Corona betrifft.

Matze: Uns beiden geht es auch besser, wenn wir arbeiten, statt zu Hause rumzusitzen oder zum Arbeitsamt zu rennen.

Dagmar Keuenhof, genannt Daggi, 1957 in Viersen bei Krefeld geboren. In Bremen absolviert Dagmar eine Ausbildung zur Friseurin, weil sie Maskenbildnerin werden will. 1974 wird ihr Sohn geboren, 1983 zieht sie mit Mann und Kind nach Berlin, wo das Ehepaar einen Laden für Kühlschränke und Waschmaschinen eröffnet. Von 1989 bis 1998 steht sie in der Großdiscothek Q-Dorf am Tresen. 1999 fängt sie als Teilzeitkraft in der Cafeteria des Prinzenbads an. Von ihrem Mann ist sie seit 2006 getrennt.

Matthias Kutscha, Matze genannt, 1979 in Kreuzberg genau gegenüber vom Prinzenbad geboren. Mit 16 beginnt er eine Ausbildung bei der Berliner Schutzpolizei. Mit 18 kurz vor der Abschlussprüfung erfährt er, dass er Diabetes hat. Kutscha beginnt eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker. 2002 übernimmt er im Prinzenbad einen Aushilfsjob. Bis 2008 arbeitet er in der Cafeteria als Aushilfe. 2008 gibt der damalige Pächter auf und Keuenhof und Kutscha übernehmen den Laden. (plu)

Daggi: Ein Schwimmbad ohne Gastronomie, was ist denn das? Der Kaffee, die heiß geliebten Pommes oder ein Eis – das gehört einfach dazu und für unsere Stammgäste sowieso. Wir sind ja nicht nur ein Imbiss oder ein Kiosk. Wir sind ein Treffpunkt für Leute, die sich sonst nicht sehen.

Die Eintrittskarten werden ausschließlich online und mit einem exakten Zeitfenster erhältlich sein. Wer wird da auf der Strecke bleiben?

Daggi: Die Kinder und unsere ältere Generation. Da ist eine 91-jährige Stammkundin, die geht wunderbar mit dem Computer um. Ich kenne aber auch Leute, die 65 sind und null Ahnung haben, wie sie das machen sollen.

Matze: Es kommen eh immer weniger Alte. Das stellen wir schon seit Jahren fest. Das Schwimmbad ist ja nicht nur für die Sportler da, sondern auch für Leute, die ein bisschen Urlaub machen wollen, aber kein Geld zum Verreisen haben.

Die Cafeteria ist das Herzstück des Prinzenbads. Beschreibt doch mal die Gäste.

Matze: Das ist ein bunt gemischtes Völkchen aus allen Altersgruppen und allen Nationalitäten. Das geht von der kinderreichen Familie über den Kreuzberger Hausbesetzer und den vornehmen Rechtsanwalt bis zum Touristen. An heißen Tagen sind viele Kids und Jugendliche da. Wenn es kalt ist, freuen sich die Kampfschwimmer, dass sie im Becken allein sind und sich danach bei uns mit einem Heißgetränk aufwärmen können.

Ihr sprecht eure Kunden grundsätzlich mit du an. Was zeichnet die Stammkunden aus?

Daggi: Matze weiß, wie sie heißen, und ich weiß, was sie essen.

Matze: Pi mal Daumen kenne ich von 2.000 Stammgästen den Vornamen. Telefonnummern kann ich mir nicht so gut merken.

Daggi: Das ist der Unterschied zwischen uns beiden. Ich sage, für den muss ich jetzt ein Camembertbrot machen. Einen unserer liebsten Stammgäste nennen wir Kuchenuwe, weil er Kuchen so liebt, einen anderen Ricottaklößchen. Der möchte immer, dass ich ihm diese Klößchen mache.

Ihr kennt das Prinzenbad noch aus den Zeiten, als es dort öfter Krawall gab.

Daggi: Klar! Dass die 15,16-jährigen Alphatierchen auf sich aufmerksam machen wollen, ist doch nichts Neues. Das gab es auch in den 50er Jahren, wenn die Rocker kamen.

Matze: Manche unserer Gäste kennen wir, da konnten sie noch kaum über den Tisch gucken. Jetzt sind sie selbst Familienväter mit der eigenen Tochter auf dem Arm. Die stellt uns der Papa dann stolz vor und erzählt, was er damals bei uns gekauft hat.

Daggi: Heute sagen sie, ihr braucht keine Security, wenn es Probleme gibt, regeln wir das. Auch wegen ihrer eigenen Kinder möchten sie nicht, dass es im Bad so abgeht wie in ihrer eigenen Jugendzeit.

Ihr habt die Cafeteria 2008 als Pächter übernommen. Bei dem Vorbetreiber wart ihr zuvor viele Jahre angestellt. Wie erklärt ihr euch eure Beliebtheit?

Matze: Wir sind ehrlich und direkt, auch wenn einem das Gegenüber mal nicht passt. Aber genauso gern hören wir uns von allen Geschichten an.

Daggi: Wir nennen das betreutes Essen. Das ist wirklich so. Weißt du, morgens, es ist vielleicht nicht so tolles Wetter und auch noch Montag, und dann kommen die Leute und sind nicht so gut drauf. Das siehst du schon an den Schnuten, die sie ziehen. Dann hast du zwei Möglichkeiten: Es ist dir egal, oder du bist so wie wir: eine Tresenschlampe.

Was willst du damit sagen?

Dass man ein Gefühl für die Menschen hat und Lust, auf sie einzugehen. Entweder man hat das Tresenschlampen-Gen oder man hat es nicht.

Daggi, du bist schon seit 1999 im Prinzenbad. Was hast du davor gemacht?

Das Prinzenbad in Kreuzberg ist Berlins beliebtestes Sommerbad. 330.000 Badegäste tummelten sich dort im Rekordsommer 2018. Das Bad gehört zu den ersten Bädern, die ab dem 25. Mai wieder schrittweise öffnen dürfen.

Die Auflagen zur Eindämmung des Coronanvirus sind streng. Umkleiden und Duschen bleiben zu. Die Zahl der Tickets sind begrenzt, sie müssen vorab online gekauft werden und sind nur für ein bestimmtes Zeitfenster gültig. Der Einheitstarif für den Eintritt beträgt 3,80 Euro. Auch im Wasser müssen die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. (plu)

Ich habe 10 Jahre im Q-Dorf am Tresen gearbeitet...

... daher die Tresenschlampe.

Ich habe aufgehört, weil ich mich mit 40 einfach zu alt fühlte, um weiter in einer Diskothek zu bedienen. Außerdem musste ich mit den Gästen so viel trinken. Hier hast du nichts mehr verloren, habe ich gedacht. Während einer Umschulung habe ich eine Annonce gesehen, dass im Prinzenbad Aushilfen gesucht werden. Eigentlich immer nur nachmittags von 16 Uhr bis 20 Uhr. Man sieht, was draus geworden ist.

Matze: Ein 16- bis 18-Stunden-Arbeitstag (lacht).

Wann hat es dich ins Prinzenbad verschlagen?

Matze: Ich musste meine Polizei-Ausbildung abbrechen, als bei mir mit 18 von einem Tag auf den anderen Diabetes Typ 1 diagnostiziert wurde. Das war der Grund, eine zweite Lehre als KFZ-Mechaniker anzufangen. Während der Ausbildung fragte meine Omi, ob ich nebenbei noch ein bisschen Geld verdienen möchte. Im Prinzenbad wurde eine Aushilfe als Pommes-Jackson gesucht.

So nennt man die Leute, die an der Friteuse arbeiten.

Also bin ich 2002 hier der Pommesbräter geworden – vom Tellerwäscher zum Millionär, würde man heute sagen. Das Ende ist leider nicht ganz so eingetroffen, auch wenn wir hier jetzt die Chefs sind (lacht). Es gäbe sicher bessere Variationen, wo man mehr Geld rausholen könnte, aber sich möglicherweise auch extrem verbiegen müsste.

Daggi: Matze konnte mich zuerst überhaupt nicht leiden. An seinem ersten Arbeitstag hatte ich ihn gefragt, woher er kommt. Er wohne im Wedding, hat er gesagt. „Da möchte ich nicht tot überm Zaun hängen“, habe ich erwidert. Was ist das denn für eine Trulla, hat er sich gedacht (lachen).

Matze: Sie wohnte in Kreuzberg und erzählte mir was von Wedding!

Aber dann seid ihr ein Herz und eine Seele geworden.

Daggi: Gesucht und gefunden! Das ging schnell. Wir hatten einen sehr strengen Chef. Matze und ich waren in vielen Dingen der gleichen Meinung.

Zum Beispiel?

„Als mein Vater starb, hat meine Mutter aus Verzweiflung einen Imbiss aufgemacht. Unser ganzes Haus stank nach Pommes. Ich habe immer gesagt, lieber gehe ich Fische verkaufen, als irgendwas mit Pommes zu machen“

Daggi: Was wichtig ist, was man verbessern sollte, die gleichen Sympathien für die gleichen Gäste. Ohne Matze hätte ich das mit der Selbstständigkeit nie gemacht.

Matze: Dabei wollte ich nie selbstständig sein! Drei Tage hat sie mich überredet, als bekannt wurde, dass unser Chef aufhört.

Daggi: Überredet? Für das, was ich da gemacht habe, gibt es keine Worte (lacht). Wir hatten ja überhaupt nicht die Kohle! Drei Stammkunden haben dann von sich aus angeboten, uns Geld zu leihen. Der eine hat sogar extra aus der Türkei angerufen. Guck mal (zeigt auf ihren Arm), ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich das erzähle.

Nach der Übernahme habt ihr das Konzept stark verändert.

Matze: Wir kochen und backen fast alles selbst. Genau gesagt macht das Daggi. Ich muss immer abschmecken.

Daggi: Alles geht durch die Matze-Kontrolle! Früher habe ich Kochen gehasst. Als mein Vater starb, hat meine Mutter aus Verzweiflung einen Imbiss aufgemacht. Unser ganzes Haus stank nach Pommes. Ich habe immer gesagt, lieber gehe ich Fische verkaufen, als irgendwas mit Pommes zu machen.

Was habt ihr ansonsten für eine Arbeitsteilung?

Matze: In der Hochphase haben wir bis zu 15 Angestellte. Ich bin für die üblichen männlichen Aufgaben zuständig, handwerkliche Tätigkeiten, Einkäufe, Bankgeschäfte. Daggi macht die Küche und die Buchhaltung, also das Büro.

Daggi: Ich hasse Shopping. Das ist eine Strafe Gottes für mich.

Matze: Ich liebe es!

Ihr verkauft nicht nur Speisen und Getränke, sondern auch Schwimmreifen, Ohrstöpsel, Taucherbrillen. Süßigkeiten gehen auch einzeln über den Tisch.

Daggi: Ja, auch das ist sein Metier (lacht).

Matze: Süßware heißt bei uns Quengelware. Die Weingummis ziehe ich dann einzeln mit der Pinzette aus dem Glas. Das ist lustig, aber in der Woche vor den großen Ferien, wenn die Schulklassen Ausflüge ins Prinzenbad machen, braucht man Nerven wie Drahtseile. Wir nennen das die Höllenwoche. Früher hatten die Kinder viel weniger Taschengeld. Manchmal werden Scheine auf den Tisch gelegt, da wundern wir uns (lacht).

Daggi: Ich persönlich mag die Terrortage. Ich habe immer Jobs gehabt, wo ich viel Action hatte. Der Trubel, die Mitarbeiter, diese Power, das macht mir unglaublich Spaß. Wenn ich mir vorstellen, dieser Sommer ist nur noch Nulllinie? Mir graust davor.

Matze: Apropos Nulllinie, mich erinnert das an Regentage mit 12, 13 Grad. Die ziehen sich für uns auch wie Kaugummi.

Rutschbecken im Prinzenbad, 2016 Foto: dpa

In der Regel hat das Bad von 7.00 bis 20.00 Uhr auf. Von wann bis wann seid ihr so da?

Daggi: Wir wohnen beide in Reinickendorf und kommen mit der U-Bahn. Ich bin um 4 Uhr als Erste da, backe Brot, mache Rührei, schneide Gemüse, was halt so zu tun ist. Um 5 Uhr kommt Matze. Er macht die Terrasse und die Cafeteria klar, hängt die Wäsche auf, die ich abends in die Maschine gestopft habe.

Matze: Nach Badschluss müssen wir noch sauber machen und vorbereiten. Manchmal kommen wir hier nicht vor 23 Uhr raus. Man kann man sich ausrechnen, wie viel Schlaf uns da bleibt. Eigentlich Doppelnull (lacht).

Springt ihr wenigstens mal kurz ins Schwimmbecken?

Matze: Klar gibt's die Möglichkeit. Aber eigentlich will man nur noch nach Hause und hofft auf dem Heimweg, dass man das mit der Dusche noch schafft. Die ersten drei Monate, Mai, Juni und Juli, machen echt Spaß. Aber im August und September sind wir dann so was von an der Substanz.

„Morgens habe ich manchmal blutrote Augen. Die Leute haben mich schon gefragt, aus welchem Club ich gerade komme. Aus dem Prinzenbad, sage ich dann“

Daggi: Da kommt man an seine Grenzen.

Matze: Das geht mit Gehstörungen los, weil die Beine keine Kraft mehr haben, weil man jeden Tag 16 bis 18 Stunden auf diesen Fliesen steht. Der Körper kann irgendwann nicht mehr. Die letzten zwei Monate ist man auch gedanklich drüber. Morgens habe ich manchmal blutrote Augen. Die Leute haben mich schon gefragt, aus welchem Club ich gerade komme (lacht) Aus dem Prinzenbad, sage ich dann. Wie? Hat das Prinzenbad jetzt auch einen Club?

Daggi: Ich nehme in der Zeit immer 20 bis 25 Pfund ab...

Matze: ... obwohl wir abends noch die übrig gebliebenen Wiener aufessen.

Daggi: Ich frage mich, wie das dieses Jahr werden soll. Eine Kleidergröße mindestens mehr (lacht). Im Spätsommer wird man menschenmüde, da kannst du noch so sehr die Menschen lieben. Dann wird es Zeit, du musst raus. Dann ist diese Saison auch Gott sei Dank bald vorbei. Deswegen ist das auch mit dem Urlaubmachen im Winter so wichtig. Das ist wie so eine Psychotherapie.

Ihr fahrt immer mehrere Wochen zusammen weg. Seid ihr auch privat ein Paar?

Daggi: Sagen wir mal so: Wenn man so einen Job hat, dann schweißt einen das zusammen. Um das durchzuhalten, entwickelt man ein fast verwandschafliches Verhältnis.

Matze: Wir verstehen uns besser als ein Paar (lacht).

Streitet ihr euch nie?

Daggi: Doch. Ich bringe ihn mit meiner Pingeligkeit zum Wahnsinn.

Matze: Daggi ist immer die Hundertprozentige. Meine Haltung ist: Auch für Sachen, die nicht komplett umsetzbar sind, gibt es Mittel und Wege. Am Ende finden wir aber immer einen Nenner.

Schwimmersnacks gibts im Prinzenbad auch in vegetarisch Foto: André Wunstorf

Und die Gäste, kommen die euch auch manchmal blöde?

Daggi: Manche haben ein unglaubliches Anspruchsdenken. Dabei haben wir von der Kondensmilch über Mandel- und Sojamilch bis hin zu laktosefrei fast alles im Sortiment.

Matze: Mache Leute wollen uns auch erzählen, dass wir zu teuer sind. Dabei hören wir von allen Seiten, wir müssten dringend mal die Preise erhöhen.

Eher seid ihr zu billig?

Daggi: Das sagen echt viele. Dann antworten wir immer, wir sind hier in Kreuzberg und nicht in Zehlendorf. Wir wollen für jedermann was dabei haben.

Matze: Wenn wir die Preise erhöhen würden, hätten wir auch weniger Gäste.

Daggi: Ich verkaufe lieber 20 Portionen Pommes für 44 Euro als zehn Portionen für 44 Euro. Aus einem einfachen Grund: Dann sind 20 Leute zufrieden und nicht nur 10.

Wie ist das mit deiner Diabetes, Matze?

Matze: Gute Frage. Auch im schlimmsten Trubel habe ich bisher immer einen Moment gefunden, um meinen Blutzucker zu messen.

Was wäre, wenn einer von euch mal wirklich krank wird?

Daggi: Dann ist man eben krank und muss zusehen.

Matze: Letztes Jahr musste ich in die Klinik, Erste Hilfe, wegen eines schlimmen Zahn-Abszesses. Ausgerechnet an dem Tag, als wir hier den Filmabend hatten. Da hatte ich so ein Gesicht (macht eine Kreisbewegung über die Backe).

Daggi: Das ist jetzt auch schon wieder drollig. Ich habe viel mehr Krankheiten als er. Ich bin ja die Alte!

Daggi, du bist 21 Jahre älter als Matze: Stellst du dir manchmal die Frage, wie lange du das noch machen willst?

Matze: Nicht nur sie, wir beide stellen uns diese Frage.

Daggi: Wenn ich könnte, würde ich das hier auch noch mit 70 machen. Mitarbeiter haben schon gesagt, wenn du nicht mehr kannst, schieben wir dich mit einem AOK-Shopper durch den Laden.

Was ist das denn?

Matze: Ein Rollstuhl oder Rollator (lacht). Eigentlich sind wir an jedem Saisonende so weit, dass wir sagen, wir sind doch verrückt! Aber im Januar oder Februar ist spätestens der Zeitpunkt gekommen, wo wir anfangen, uns nach dem Prinzenbad zu sehnen.

Daggi: Dass ist hier wirklich wie eine entfernte Verwandtschaft. Man kümmert sich umeinander. Wenn du mit den Leuten echt bist, kriegst du immer mehr zurück, als du gibst.

Verklärt ihr das jetzt nicht ein bisschen?

Matze: Nein. Das fängt bei den Stammgästen an, die täglich sehen, was wir hier leisten. Ihr, die Presse, lobt uns ja auch in allen Tönen. Und selbst die Bäderbetriebe müssen das zugestehen.

Daggi: Jetzt ist aber mal gut, das ist ja Selbstbeweihräucherung.

Matze: Ja, ja, Eigenlob stinkt. Ist aber so (lacht).

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