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Berliner Totalverweigerer verhaftet

Der Berliner Totalverweigerer Gerhard Scherer ist gestern im Rathaus Schöneberg verhaftet worden. Er soll vom rot-grünen Senat in den westdeutschen Knast ausgeliefert werden. Um den Totalverweigerer, der 1987 seinen Zivildienst abbrach und dafür von einem BRD-Gericht zu fünf Monaten Haft verurteilt wurde, gibt es seit mehr als einem Jahr ein juristisches Tauziehen und einen Streit in der SPD-AL-Koalition.

Höhepunkt des Konflikts war zu Wochenbeginn das Asylangebot der AL an den in Ost-Berlin untergetauchten Scherer, der seitdem in den Fraktionsräumen der AL in der Westberliner Regierungszentrale wohnte.

Knackpunkt im Fall Scherer ist der besondere entmilitarisierte Status der Stadt. Während die AL und die organisierten Totalverweigerer in der Auslieferung durch Amtshilfe von Berliner Behörden eine „Ausweitung der Wehrpflicht auf West-Berlin“ sehen, geht die SPD von einem „neutralen“ Verwaltungsakt aus. Standpunkt der SPD-geführten Innenbehörde: Der Status der Stadt wird nicht berührt, es muß Amtshilfe geleistet werden „wie bei Dieben und Mördern“.

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