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■ Berliner TelegrammBehinderte: Modulsystem gleicht Gefängnishaft

Scharfe Kritik an der Abrechnung von Pflegeleistungen nach sogenannten Modul-Leistungskomplexen haben Behindertenorganisationen geübt. Die von der Pflegekasse bezahlten Module reichten nicht aus, um den Bedarf an Hilfe zu decken, erklärte Ralph Loell vom „Bündnis für selbstbestimmtes Leben“. Die Module zwängen Schwerstbehinderte in eine Situation, die „einer Gefängnishaft“ gleiche. Die Behinderten forderten, das am 1. Januar 97 versuchsweise eingeführte Modulsystem abzuschaffen und zu einer einheitlichen, alle Hilfeleistungen umfassenden Bezahlung der Pflege zurückzukehren. Die Pflege, die die Schwerstbehinderten als persönliche Assistenz zu selbstbestimmtem Leben begreifen, müsse sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. An dem Modellversuch „Modulabrechnung“ sind bisher die Bezirke Charlottenburg, Neukölln, Weißensee und Köpenick beteiligt. Joachim Dürrfeld von der Berufsvereinigung für Familien- und Sozialpflege, sagte, die Module seien das „Ergebnis einer wirtschaftlichen Effizienzplanung“. taz

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