■ Berliner Telegramm: Den Sack baumeln lassen
Ich war im Urlaub und als ich wiederkam, war eine der zwei alten Eichen vor meinem Haus weg. Jetzt steht da das Auto von meinem Nachbarn, und die Straße höre ich doppelt so laut. Natürlich habe ich meinen Nachbar darauf angesprochen, aber der hat nur gesagt: „Heul doch, morgen säge ich auch den anderen Baum ab, denn ich kaufe mir einen Zweitwagen.“ Der Sack – und gegrinst hat er.
Aber er hat die Rechnung ohne die Bürgerinitiative „Alte Eiche“ Hellersdorf und ohne die Baumpaten des Tiergartens gemacht. Von denen habe ich nämlich den Baumschutz-Notpaß bekommen. Da steht alles rund um den Baum drin und an wen man sich bei akuter Gefährdung wenden kann. Ich habe einfach angerufen und der Sack durfte ordentlich Strafe zahlen. Den anderen Baum traut er sich nicht einmal mehr anzugucken, und außerdem habe ich durch den Baumschutz-Notpaß herausbekommen, wie ich die Genehmigung erhalte, gleich zwei neue Bäume vor meinem Fenster zu pflanzen. Das wird ihn ärgern! eb
Th. Zander, Lindenstr. 43, 12621 Berlin, Tel./Fax: 5662896
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen