piwik no script img

Berliner Jugendliche angeschossen

■ Bewaffneter Wirt verletzte bei Fest in Storkow sechs Jugendliche / Opfer sollen Gäste grundlos verprügelt haben

Ein Gastwirt hat in der Nacht auf den vergangenen Samstag im brandenburgischen Storkow sechs aus Berlin stammende Jugendliche angeschossen und überwiegend schwer verletzt. Nach Angaben der Kriminalpolizei soll zuvor eine Gruppe von zwanzig bis dreißig zum Storkower Stadtfest angereister Berliner auf dem Marktplatz randaliert haben. Zeugen sagten aus, die Jugendlichen hätten am Freitag abend sofort nach ihrem Eintreffen begonnen, Passanten grundlos zu verprügeln. Später sei die Gruppe in eine Diskothek gegangen und hätte dort Gäste geschlagen. Dem Wirt, der sich den Eindringlingen entgegengestellt habe, sei eine Platzwunde am Kopf zugefügt worden.

Dem Diskothek-Besitzer und Ordnungskräften sei es schließlich gelungen, die Randalierer vor die Tür zu drängen. Dort allerdings seien Wirt und Ordnungskräfte erneut angegriffen worden. Als eine größere Gruppe der Randalierer versuchte, den Eingang der Diskothek zu stürmen, habe der Wirt seine Pistole gezogen und zunächst in die Luft geschossen. Später soll er gezielte Schüsse abgegeben haben. Die Polizei untersucht jetzt, ob der Waffenscheinbesitzer auf den Boden oder die Beine der Rowdys gezielt hat. Einer der Randalierer erlitt Schußverletzungen an der Hand, einer im Brust-Schulter-Bereich und weitere vier an den Beinen.

Die Schwerverletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Der Wirt sei „auch zu seiner eigenen Sicherheit“ vorläufig festgenommen worden, die Waffe wurde beschlagnahmt. Gegenüber der taz berichtete der ermittelnde Beamte, daß die Jugendlichen sich selbst „die Kreuzberger“ genannt hätten. Sie stammen jedoch nicht aus dem gleichnamigen Berliner Stadtbezirk, sondern vorwiegend aus Friedrichshain und Mitte. Eine Zugehörigkeit zur rechtsradikalen Szene schloß die Polizei vorläufig aus. taz/ADN

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen