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Berlin wird kein europäisches Luftkreuz

■ Lufthansa: Keine Entwicklungschancen / Studie empfiehlt: Schönefeld ausbauen

Die Lufthansa will versuchen, mit dem erwarteten Verkehrszuwachs den Münchener Flughafen zum internationalen Drehkreuz auszubauen. Berlin als zweites deutsches Drehkreuz neben Frankfurt stehe nicht mehr zur Debatte, da die bestehenden Flughäfen entweder voll ausgelastet oder ungünstig gelegen seien.

Der Leiter des Netzmanagements der deutschen Fluglinie, Herbert Steppat, sagte zur Rolle der Berliner Flughäfen, hier sei auf absehbare Zeit kein nennenswerter Interkontinental-Verkehr möglich. Tegel sei an der Kapazitätsgrenze, und Schönefeld liege ungünstig. Mit einem Berliner Großflughafen sei nicht vor 2005 oder 2010 zu rechnen. „Solange können wir nicht warten“, sagte Steppat.

Eine Studie der Projektentwicklungsgesellschaft Flughafensystem Berlin-Brandenburg GbR empfiehlt die Beteiligung privater Investoren an der Finanzierung des geplanten Großflughafens Berlin- Brandenburg international. In dem bislang unveröffentlichten Papier favorisieren AEG, Lockheed und die Luftfahrttechnische Gesellschaft den Ausbau des bestehenden Flughafens Berlin- Schönefeld zum Großflughafen. Dies stelle gegenüber einem Neubau die wesentlich günstigere Variante dar. Ein Finanzierungsplan über einen Zeitraum von 15 Jahren (1994 bis 2008) geht bei einem Neubau von jährlichen Kosten von 0,75 bis eine Milliarde Mark aus, während ein Ausbau von Schönefeld im selben Zeitraum lediglich mit 350 bis 450 Millionen veranschlagt wird.

Die Studie geht weiterhin davon aus, daß Schönefelds maximale Kapazität, die mit 13 Millionen Passagieren jährlich beziffert wird, bereits im jahr 2004 erreicht werde, ein neuer Großflughafen aber nicht vor 2008 in Betrieb genommen werden könne. Sollte Schönefeld nicht ausgebaut werden, ginge „die Gelegenheit, das Berlin-Brandenburger Flughafensystem als Drehscheibe im europäischen Raum auszubauen, verloren“. Amsterdam, Warschau und Kopenhagen könnten geplante Großflughafen-Projekte noch vor der Jahrtausendwende realisieren.

Die „Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz“ äußerte unterdessen die Befürchtung, daß Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) den Bau eines Großflughafen scheitern lassen wolle. Das zuständige Oberverwaltungsgericht Frankfurt (Oder) werde den Planfeststellungsbeschluß ablehnen, wenn Wissmann den Flughafen Tegel weiter offenhalten will. Der Bedarf für ein solches Riesenprojekt sei nämlich nur nachzuweisen, wenn die bestehenden Flughäfen ersetzt werden sollen. ADN/apd/dpa

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