piwik no script img

Bellizistische Stimmungs- mache

■ betr. Kommentar 11.3.: „Schreckliche Pazifisten"

Kaum zu glauben,daß ein studierter Historiker wie Jochen Grabler den geschichtswissenschaftlichen Unsinn von Heiner Geisler, die Pazifisten hätten Ausschwitz erst möglich gemacht, in der Jugoslawien-Debatte wieder aufleben läßt: Wer jetzt nicht „die Hilferufe aus den eingeschlossenen Städten“ zum Anlaß nimmt, auch deutsche Soldaten in den Krieg gegen Serben zu schicken, der wird als „schrecklicher Pazifist“ abgekanzelt.

In unseliger Tradition werden von dem ehemaligen Wahlkampfmanager der Grünen nicht die wirklichen Verursacher und Profiteure des Krieges angeprangert, sondern stattdessen diejeniegen, die zum Beispiel die strikte Durchsetzung des Embargos und die konsequente Unterbindung des Waffenexportes als Möglichkeit der Konfliktbewältigung sehen, für die Greuetaten verantwortlich gemacht.

Es ist ärgerlich, daß die taz, die seit Monaten für den „neuen politischen Diskurs in dieser Stadt“ eintritt, solchen denunziatorischen Einlassungen, die Andersdenkende plattmachen soll, Raum gewährt.

Rainer Baltschun,

Eberhard Plümpe für Moses 3

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen