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Belfast 2000

Ballymurphy (Murphys Stadt) im Westen Belfasts feiert dieses Jahr sein fünfzigstes Jubiläum. „Irgendein Datum mussten wir ja wählen“, sagt Liam Stone vom Festkomitee. „Geplant wurde die Siedlung 1947, gebaut wurde ab 1949, die ersten Häuser waren 1950 bezugsfertig.“

Ursprünglich war es ein Sozialbauviertel für Soldaten, die aus dem 2. Weltkrieg heimgekehrten. Heute wohnen rund 12.000 Menschen in den Reihenhäusern, fast ausschließlich Katholiken. Mehr als drei Viertel der Bewohner sind arbeitslos.

Ballymurphy ist eine Hochburg der Irisch-Republikanischen Armee (IRA). Ihr politischer Flügel Sinn Féin gewinnt bei Wahlen regelmäßig deutlich über neunzig Prozent der Stimmen. Sinn-Féin-Präsident Gerry Adams ist in Ballymurphy aufgewachsen. Mehr als elf Prozent der Bewohner Ballymurphys haben aus politischen Gründen im Gefängnis gesessen, jeder verlor einen Freund oder Verwandten. „Ballymurphy war schlecht gebaut, schlecht geplant und hatte eine schlechte Infrastruktur“, schrieb Adams in seiner Autobiografie. „Aber man hatte das Gefühl der Weite und der Offenheit.“ RASO

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