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Beisetzungskosten

■ betr.: Berichterstattung Berlin 2000, taz vom 23.9.93

Der Joker, das ständig grinsende gelbe Bärchen, kann beerdigt werden.

Fürstlich sind nur die Bestattungskosten von ca. 250 Millionen Deutsche Mark. Selbst die Preußen-Könige in Potsdam konnten mit diesen Beisetzungskosten nicht mithalten.

Trauergäste wird es viele nicht geben. Die unsägliche Olympia GmbH wird sich leise und unauffällig aus dem Staub machen wollen. Ihr Chef (wie war doch gleich sein Name?) wird sich die Ehre geben, kein Problem bei seinem Jahresgehalt.

Der Berliner Bürger-Geselle Eberhard Diepgen wird auch keine Zeit zum Trauern haben. Denn sein Meisterstück (die Hauptstadt) sitzt immer noch auf der Ersatzbank von/für Deutschland.

Die Investoren werden auch ohne Berlin 2000 wissen, wie in dieser Stadt das Geld, auf die übliche Weise, zu scheffeln ist.

Die Sargträger der NOlympics haben erst recht keinen Grund zur Trauer, war doch ihr Spaß grenzenlos (siehe Monte Carlo).

Trauer höchstens bei den Medien, sehen sie sich doch eines kontroversen Themas beraubt.

Nur einer hat wirklich allen Anlaß zur Klage, der Bund der Steuerzahler. Denn dieser mußte tatenlos, wie sooft, zuschauen, wie die Olympia GmbH sinnlos und aggressiv die vielen bunten Steuerscheinchen aus dem Senatsfenster hinauswarfen. Andreas Alexander Günther, Berlin

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