Bauvorhaben: Schavan guckt zu Merkel rüber

Neubau für Bildungs- und Forschungsministerium auf dem jetzigen Standort des Bundespressestrands an der Spree geplant.

Der Bund setzt einen weiteren Baustein, um seinen Regierungssitz in Berlin zu komplettieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das mit seinem ersten Dienstsitz und der Mehrheit seiner 1.000 Mitarbeiter bislang in Bonn angesiedelt ist, plant einen Neubau für die Behörde von Annette Schavan (CDU).

Bis Ende 2013 ist die Errichtung des neuen Ministeriums im Berliner Regierungsviertel vorgesehen. Der Neubau mit einer Größe von rund 11.000 Quadratmetern Nutzfläche für Büros und Konferenzräume soll auf dem Gelände des heutigen Bundespressestrands am Kapelleufer in Mitte entstehen. Für die Investition sucht der Bund einen privaten Träger, der das Gebäude für jährlich 5,5 Millionen Euro an den Bund vermieten kann. Das geht aus einem Bericht des Bundesfinanzministeriums an den Vorsitzenden des Bundestags-Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP), hervor.

Bislang ist das BMBF von Ministerin Schavan in Berlin auf zwei Standorte verteilt: die einstige Ständige Vertretung der Bundesrepublik in der Hannoverschen Straße und ein Wohn- und Geschäftsgebäude an der Friedrichstraße.

Dass das Forschungsministerium gegenüber dem Kanzleramt sowie Reichstag gebaut werden soll, kann man als Aufwertung des Ministeriums und der Bedeutung von Bildung und Forschung für die Bundesrepublik verstehen. Nach dem Bericht des Finanzministers seien auch alternative Standorte, darunter an der Heidestraße Ecke Invalidenstraße und am Potsdamer Platz geprüft worden. Die Fläche am Kapelleufer schnitt aus Lage-, Termin- und Kostengründen aber am besten ab.

Nach Auskunft von Elmar König, Sprecher von Annette Schavan, ist nicht beabsichtigt, mit der geplanten Eröffnung des Berliner Neubaus 2013/14 den Bonner Dienstsitz an der Heinemannstraße aufzugeben. Der überwiegende Grund für die Neubauentscheidung, so König zur taz, sei auf die Schwierigkeiten zweier Standorte zurückzuführen. "Wir sind insgesamt sehr beengt", ein Teil der Büroräume sei auch unfunktional, sodass den Beschäftigten keine guten Arbeitsplätze zur Verfügung stünden. König hofft, dass sich durch den Umzug diese Situation deutlich verbessern könnte. In dem Neubau sollen beide Abteilungen des Ministeriums - Forschung und Bildung - Platz finden.

Das Schavan-Ministerium ist nicht die einzige Planung des Bundes für Regierungsbehörden in Berlin. Neben dem Kapelleufer wird an der Chausseestraße die Zentrale für den Bundesnachrichtendienst gebaut. Auch das Innenministerium soll erweitert werden. Schließlich ist vorgesehen, den Elisabeth-Lüders-Bau mit weiteren Parlamentsnutzungen in Richtung Osten zu erweitern.

Darüber hinaus engagiert sich der Bund in Wohnungs-, Museums- und Kulturbauten - darunter auf dem Schlossplatz und auf der Museumsinsel.

ROLF LAUTENSCHLÄGER

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