■ Scheibengericht: Batak
Music of North Sumatra
New Albion Records
Sumatra ist eine der Inseln Indonesiens. Im Norden lebt die Volksgruppe der Batak, die sich in diverse Stämme unterteilt. Trotz der Übergriffe der beiden imperialen Religionen, des Christentums und des Islams, hat sich das alte Wissen um die Entrückungswirkung traditioneller Musik erhalten. Durch den ununterbrochen dahinfließenden Schalmeienklang, erzeugt mit Hilfe zirkularer Atmung, sowie das dichte Donnern und Trommeln wird in der rituellen Musik der Batak der Priester in Trance versetzt, um das Orakel befragen zu können. Die Musik wird zum Medium der Kommunikation mit der Welt hinter den Dingen, das Fax-Gerät ins Jenseits. Oft verlangt der angerufene Geist nach seiner Lieblingsmelodie, und die Musiker sind gut beraten, sie sofort zu intonieren.
Neben der zeremoniellen Musik gibt es bei den Batak auf Sumatra auch säkulare Klänge, die, wie der Covertext weiß, einfach als „Hörvergnügen“ gedacht sind. Opernmelodien, Schlager, Moritaten, die sich von der Anstrengung der religiösen Musik befreit haben. In dieser federleichten, unbeschwerten Musik wird die Melodie nicht von einem Instrument getragen; Klarinette, Mandoline, Flöte und Xylophon teilen sich die Aufgabe. Es entsteht ein Wechselspiel, das, wie man an den Jauchzern hört, den Musikern Freude bereitet. Man setzt ein, bleibt weg, überläßt oder übernimmt die Führung, stoppt und fällt wieder ein, steigert und verlangsamt das Tempo, je nach Gefühl und Stimmung. Die gesungenen Worte kann ich nicht verstehen, aber die gute Laune überträgt sich.
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