Banker-Boni trotz Milliardenminus: Zahlen - solange es geht

Fast keine Bank verzichtet bisher auf Boni für Manager. Die UBS zahlt trotz Rekordverlust 1,45 Milliarden Euro.

Die Commerzbank-Werbung bringt es auf den Punkt: das Motto der Boni-Banker. Bild: dpa

BERLIN taz Banken zahlen trotz Rekordverlusten auch für 2008 Boni in Milliardenhöhe aus. Aktueller Fall: die Schweizer Großbank UBS, die am Dienstag mit 13 Milliarden Euro den größten Jahresverlust ihrer Firmengeschichte verkündete. Sie hat bereits massive Staatshilfen bekommen. Trotzdem will sie ihren Managern Prämien in Höhe von 1,45 Milliarden Euro zahlen. Die Schweizer Finanzaufsichtsbehörde Finma hatte die Bonuszahlungen genehmigt.

Die Behörde begründete am Dienstag die Bonuszahlungen damit, dass andere Banken ebenfalls hohe Prämien zahlen würden. Bei geringen Boni bestehe die Gefahr, dass die UBS wichtige Mitarbeiter verlieren könnte.

In Deutschland gibt es immerhin Gehaltsgrenzen für Banker. Sofern sich der Staat zur Rettung einer Bank an ihrem Eigenkapital beteiligt wie im Fall der Commerzbank, dürfen Boni nur gezahlt werden, sofern sie "angemessen" sind - so sieht es das neue Finanzmarktstabilisierungsgesetz vor. Was das konkret bedeuten soll, ist aber noch nicht klar.

Die Manager der ab März zur Commerzbank gehörenden Kleinworth-Investmentbank fürchten derzeit um ihre Prämien. Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte auf der Hauptversammlung angekündigt, deren Bonuszahlungen zu überprüfen. Mehrere Investmentbanker der Kleinworth kündigten eine Klage an, falls die Commerzbank bereits genehmigte Boni kürzen sollte.

Laut einer Untersuchung der Beratung Tower Perrins zahlen lediglich 7 Prozent aller Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine Boni. In Deutschland hat bisher nur die HSH Nordbank die Boni für ihre Angestellten komplett gestrichen. Die Deutsche Bank dagegen schüttet für 2008 trotz eines Jahresverlustes von 3,9 Milliarden Euro weiterhin Boni aus. Der Vorstand um Josef Ackermann hatte mit Hinweis auf die Krise auf ihm zustehende Zahlungen verzichtet.

Auch in den USA sorgten Bonuszahlungen für Verärgerung. US-Banken hatten trotz der Finanzkrise angekündigt, umgerechnet 14 Milliarden Euro an ihre Angestellten auszuschütten. Der amerikanische Präsident Barack Obama bezeichnete die Praxis als "beschämend". Die US-Regierung will Bonuszahlungen an Manager in Firmen verbieten, die staatliche Hilfen in Anspruch nehmen.

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