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Auszeitprogramm der taz panterstiftung Polizisten hatten die Gewehrläufe auf Journalisten gerichtet

Beim Berichten über eine Demonstration in Nakurur, wurde die kenianische Journalistin Catherine Kariuki verletzt. Ein taz-Auszeitprogramm ermöglicht ihr nun Erholung.

Aus der taz | Der 16. Juli 2024 ist ein Tag, den die kenianische Reporterin Catherine Kariuki, 37 Jahre, so schnell nicht vergessen wird. Im Zentrum der Stadt Nakuru hatte sich eine große Menge versammelt, um gegen geplante Steuererhöhungen zu protestieren.

„Wir Journalisten standen zwischen den Polizisten und den Demonstranten“, berichtet Kariuki. Als Schüsse fielen, sah sie, dass die Polizisten ihre Gewehrläufe nicht etwa auf die Demonstranten gerichtet hatten, sondern auf die Journalisten. Dreimal wurde Kariuki ins Bein getroffen, zum Glück waren es „nur“ Gummigeschosse. Gleichwohl musste sie operiert werden.

Inzwischen ist sie in Berlin. Vor einigen Wochen traf die Journalistin, Mutter eines elf- und eines fünfzehnjährigen Sohnes, als Gast des Auszeitprogramms der taz panterstiftung und von Reporter ohne Grenzen ein.

Sechs Monate kann sie in Berlin bleiben. Sie will, wie sie sagt, versuchen, „in der neuen Umgebung das Geschehene zu verarbeiten, geheilt werden, nachdenken und Kraft sammeln“.

Hilfe für Journalist*innen unter Druck

Sie ist eine von zahlreichen Journalist*innen, die mithilfe des Stipendiums Gelegenheit bekommen, sich zu erholen und Abstand zu gewinnen. Lebensgefährliche Situationen und ständiger Druck sind für viele Jour­na­lis­t*in­nen Alltag – und nur schwer zu verkraften.

Die taz panterstiftung und Reporter ohne Grenzen helfen diesen Kol­le­g*in­nen – auch jenen, die sich für eine Weile der Beobachtung durch die Sicherheitsorgane in ihrer Heimat entziehen wollen.

Das Auszeitprogramm bietet ihnen Zuflucht und Ruhe für einen Zeitraum bis zu sechs Monaten. Die Teil­neh­me­r*in­nen können sich komplett aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, die Zeit zum Schreiben oder Denken nutzen oder auch nur die Stadt erkunden.

Catherine Kariuki erhält derzeit psychologische Hilfe, will einen Foto- und Videokurs machen. Sie hofft, in einem „besseren mentalen Zustand, wiederbelebtem Selbstbewusstsein und einem stärkeren Sinn für meine persönliche Sicherheit“ in ihr Heimatland zurückzukehren.

Das alles wird sie dringend nötig haben, denn Kenia „mit einer Regierung, die es nicht wünscht, kritisiert zu werden“, ist derzeit, wie sie sagt, ein „gefährliches Pflaster für Journalist*innen“.

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