: AussiedlerInnen: Wir werden wie AusländerInnen behandelt
Kassel (dpa) — Deutschstämmige Aussiedler aus Polen, Rumänien oder der UdSSR fühlen sich in der Bundesrepublik häufig als Ausländer behandelt. Das Übersiedeln nach Deutschland wird von vielen als schmerzhafter Prozeß der Eingliederung in eine fremde und nicht selten abweisende Lebenswelt empfunden, was häufig zu regelrechten Persönlichkeitskrisen führt. Das ergab eine Pilotstudie im Auftrag des Bundesinnenministeriums.
Erste Ansatzpunkte, um Aussiedlern aus ihrer „gefährlichen Minderheitensituation“ herauszuhelfen, seien die rasche Bereitstellung von Wohnraum und Arbeitsplatz. Das Familienleben ändere sich mit der Übersiedlung oft gravierend. Väter hätten damit zu kämpfen, gleichzeitig Wohnung und Arbeitsplatz zu finden, der dann zumeist unter ihrem Ausbildungsniveau liege. Jugendliche würden aufgrund ihrer größeren Offenheit für die neuen Einflüsse nicht selten zu Außenstehenden in ihrer Familie, die häufig noch an traditionellen Werten festhalte. Frauen bereite es Schwierigkeiten, nicht mehr berufstätig zu sein, sondern ausschließlich für die Familie dasein zu müssen.
Die Pilotstudie beruht auf einer stichprobenartigen Befragung von sechzig Aussiedlerfamilien.
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