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Auslese: Leser-Gedicht zur Seitenwende

Was bedeutet Seitenwende?Wenn ich leere Weiten sende …

Die Postille digital,

was bislang mir scheißegal,

wird in einem Jahr real –

wie brutal!

Ich las Zeitung stets mit Gier,

Druckerschwärze lobt’ ich mir,

das Geraschel mit Papier

voll Geschmier …

Hätt’ auch, stünde Wende an,

nichts, worein ich wickeln kann

nasse Schuhe, Porzellan –

ja, und dann?

Lebt’ ich eben ohne News,

kriegte nicht den Digi-Blues,

weltfern vom täglichen Schmus –

sehr abstrus.

Geht denn Lügen ungedruckt?

Wird nicht bleiwüst aufgemuckt,

in die Suppe uns gespuckt

und geschluckt?

Von Vergangenheit ich schwatz …

Zukunft ist in einem Satz

ein noch ungehob’ner Schatz

in der taz.

Nehm’ ich halt das Wochenblatt,

das noch Fleisch und Knochen hat,

krieg’ vielleicht auch nimmersatt

noch Rabatt.

Patrick Wilden, 2024

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