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Aus für HIV-Projekt

■ Betreuungsprojekt schließt 1993

Während der Aids-Kongreß im ICC stattfindet, werden Stellen zur Betreuung von HIV-betroffenen Drogenabhängigen gestrichen. Der „Verein zur Förderung der gruppenunterstützten außerstationären Suchtkrankenbehandlung“ (VgS), unterhält seit fünf Jahren auch ein Projekt zur Betreuung von HIV-infizierten und -erkrankten Menschen. Unter den 120 von der Therapieeinrichtung kontinuierlich betreuten Opiatabhängigen sind meist 20 bis 30 Personen HIV-positiv. Bislang finanzierte die Gesundheitsverwaltung eine halbe Stelle, um Betroffene zu besuchen, Freizeitaktivitäten mit ihnen zu planen oder zu verreisen.

Vorgestern flatterte dem Verein ein Brief der Gesundheitsverwaltung ins Haus, in dem für Ende 1993 das Ende der Förderung angekündigt wurde. Mit der Qualität der Arbeit habe das nichts zu tun. „Der Senat hat 1992 beschlossen, daß zukünftig nur eine Senatsverwaltung für einen Zuwendungsempfänger zuständig sein soll“, erläutert Pressesprecherin Christa Klages. Da bei VgS der überwiegende Teil der Projekte von der Jugendverwaltung gefördert wurde, solle sich das Projekt für eine mögliche Weiterförderung an diese wenden. Das habe schon 1992 festgestanden.

Jugendpressesprecher Thorsten Schilling hält die Vorgehensweise für „ein Unding. Die wollen uns das Projekt rüberschieben, ohne uns das entsprechende Geld zu geben.“ Zusätzliche Mittel habe die Jugendverwaltung nicht und die Verhandlungen für den Nachtragshaushalt seien so gut wie gelaufen.

Für den VgS-Vorsitzenden Hartwig Marx ist der Vorgang ein Skandal. Der VgS-Haushalt sei ohnehin um 15 Prozent gekürzt worden, so daß keine Möglichkeiten bestünden, das Projekt aufzufangen. „Dann wird nicht nur das Projekt sterben, sondern auch ein HIV-Betroffener arbeitslos.“ cor

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