■ Mit den Treuhand-Erben auf du und du: Aus eins mach drei
Berlin (taz) – Die Treuhand ist am Ende. Aber drei direkt dem Finanzministerium unterstellte Behörden werden ihre Arbeit fortsetzen. Auch das Personal bleibt größtenteils dasselbe. Nur einige hundert TreuhandmitarbeiterInnen wurden abgewickelt, 4.000 werden sich weiterhin mit dem Erbe der DDR beschäftigen.
Rechtsnachfolgerin der Treuhand ist die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BVS). Sie hat nicht nur die Aufgabe, die gut 270 Milliarden Mark Schulden zu verwalten, sie soll auch die Erfüllung der Privatisierungsverträge überwachen. Kann ein Investor die zugesagten Arbeitsplatz- und Investitionszusagen nicht einhalten, kann die BVS entweder nachverhandeln oder vor den Kadi ziehen. Tausende von Prozessen sind zu erwarten.
Außerdem muß die BVS das Vermögen der DDR-Parteien und -Massenorganisationen verwalten, das Koko-Imperium von DDR-Devisenbeschaffer Schalck-Golodkowski abwickeln und Alteigentümer wieder zu Besitzern ihrer einstigen Güter machen. Der BVS zugeordnet sind die EDV-Gesellschaft Disos und die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG), die die land- und forstwirtschaftlichen Flächen verscherbeln soll.
Die Beteiligungs-Management-Gesellschaft (BMG) übernimmt künftig die Betriebe, die noch nicht verkauft worden sind. Das sind vor allem die Firmen, die die Treuhand in Management-Kommanditgesellschaften zusammengeschlossen hat. Unter dem Dach dieser Holdings sollen sie saniert und nach und nach verkauft werden.
Die dritte Nachfolgerin der Breuel-Behörde ist die schon vor einer Weile gegründete Liegenschaftsgesellschaft der Treuhandanstalt (TLG). Sie bemüht sich weiter, Gewerbegrundstücke und Bauland zu verkaufen. Annette Jensen
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