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Aufstand im Präsidium

Berlin. Rund 20 Spitzenbeamte im Polizeipräsidium wollen ihren Chef loswerden. Sie bekundeten dem Landespolizeidirektor Manfred Kittlaus diese Woche ihr Mißtrauen. Man spreche ihm die Fähigkeit ab, Führungs- und Integrationsaufgaben wahrzunehmen, sagte Polizei-Vizepräsident Schenk in ihrem Namen auch im parlamentarischen Innenausschuß. Damit haben die seit Jahren andauernden Streitigkeiten in der mit 32.000 Mitarbeitern größten deutschen Polizeibehörde einen neuen Höhepunkt erreicht. Bereits 1991 hatten die Direktions- und Dezernatsleiter gegen Kittlaus votiert. Damals folgte der Innensenator dem Wunsch der rebellierenden Polizisten: Er ließ Kittlaus von seinem Posten freistellen und lobte ihn zum Chefermittler gegen DDR-Regierungskriminalität weg. Doch Kittlaus klagte vor Gericht und bekam vor einer Woche recht. Laut Urteil ist er wieder Chef von Kriminal- und Schutzpolizei. Im Präsidium herrscht nun erneut Krisenstimmung. Die Gegner des dritthöchsten Beamten in der Hierarchie werfen diesem vor, mehrfach illoyal gewesen zu sein. So habe er mit dem Innensenator Polizeifragen erörtert und damit die übrigen Polizeiführer übergangen. Auch soll er Anfang des Jahres gegen Ex-Polizeipräsident Schertz ermittelt haben. Der Ex-Terroristenjäger Kittlaus gilt als unbequemer Polizist, der mitunter auch das eigene Nest beschmutzt. dpa

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