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Atomwerker entlassen

■ Siemens baut seine alte Brennelemente-Fabrik in Hauau um

Hanau (dpa) – Im Siemens- Brennelementewerk müssen fast 600 Mitarbeiter gehen. Die Zahl der Beschäftigten werde von derzeit 1.480 bis Ende September 1995 auf rund 900 gesenkt, sagte gestern ein Firmensprecher. Zur Zeit wird mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan verhandelt.

Der Siemens-Konzern will in Hanau ein kostengünstigeres Verfahren in der Uranverarbeitung einführen, das weniger Arbeitskräfte benötigt. Betroffen sind zwei Schritte in der Herstellung von Kernbrennelementen: die Konversion, bei der das Ausgangsprodukt (Uran-Hexafluorid) chemisch umgewandelt wird, und das Pressen von Uran-Brennstoff- Tabletten (sogenannter Pellets). Für diese beiden Herstellungsstufen sollen neue Anlagen gebaut werden. Die Produktion in diesem Werksteil ist vor einigen Wochen eingestellt worden.

Mit der politisch und juristisch umstrittenen Plutoniumverarbeitung im Hanauer Siemens-Werk, die das hessische Umweltministerium vor drei Jahren stoppte, hat die geplante Änderung im Werksteil Uranverarbeitung zunächst nichts zu tun. Für die Errichtung der neuen Anlagenteile wie auch für den Abbau der bestehenden jedoch ist ein Genehmigungsverfahren nach dem Atomgesetz nötig. Das hessische Umweltministerium als zuständige Genehmigungsbehörde sei informiert worden, versicherte der Firmensprecher. „Bei konstruktivem Verhalten“ der Behörde könnten die neuen Anlagenteile in drei bis vier Jahren in Betrieb gehen.

Bis dahin bezieht das Hanauer Werk die fertigen Pellets von einer Siemens-Tochterfirma im US- Bundesstaat Washington. In Hanau werden für eine Übergangszeit nur noch die Pellets in Metallrohre gefüllt und zu fertigen Brennelementen zusammengestellt.

Die Uranverarbeitung, die rund 60 Prozent der deutschen Kernkraftwerkskapazität mit Brennelementen versorgt, hat zuletzt jährlich Verluste in dreistelliger Millionenhöhe gemacht.

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