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Asbest im Knast?

■ Noch keine Hinweise auf Asbest in den Haftanstalten / Fein-Check steht noch aus

Als die alte Jugendstrafanstalt Plötzensee unlängst von Vertretern der Bauaufsicht und Feuerwehr besichtigt wurde, gingen bei den Gefangenen rote Lämpchen an: Das kann nur eine Begehung wegen Asbest im Knast sein, vermutete einer und informierte die taz. Doch die Vorfreude auf eine provisorische Unterbringung in Containern, aus denen man leichter die Mücke machen kann, erwies sich als verfrüht: „Daß war eine normale Brandschutzbegehung“, erklärte Justizsprecher Christoffel gestern auf Nachfrage. Sein Kollege Pressesprecher von der Senatsbauverwaltung, Weninger, versicherte, daß es „bisher noch keinen Hinweis darauf gegeben hat, daß in den Justizvollzugsanstalten Asbest drin ist“.

Doch wann die Asbest-Lawine die Knäste erreicht, scheint nur noch eine Frage der Zeit, heißt es doch so schön in einem Gutachten der Senatsbauverwaltung: Asbest kommt wegen „seiner universellen Verwendungsmöglichkeiten in fast allen Gebäuden der Neuzeit“ vor. Wie Weninger auf Nachfrage bestätigte, wurden die Haftanstalten bereits im Frühjahr im Rahmen des allgemeinen öffentlichen Gebäude-Checks einem „Grob-Check“ auf Asbest unterzogen. Es sei jedoch weder Spritzasbest noch asbesthaltiger Zement gefunden worden. Das Erbebnis eines Fein-Checks, deras derzeit beim TÜV in Auftrag sei, müsse noch abgewartet werden, erklärte Weninger, wohl wissend, daß man „vor Überraschungen nie sicher ist“.

Christoffel zufolge überprüfen die Haftanstalten derzeit anhand ihrer Unterlagen ob bei den Bauten, die vor 1980 errichtet wurden, Asbest verwendet wurde. In Bezug auf die nach 1980 errichteten Gebäuden, zu denen die Frauenhaftanstalt und der neue Jugendknast Plötzensee sowie einzelne Häuser der JVA Tegel gehören, habe die Bauverwaltung bereits versichert, daß kein Asbest verwendet worden sei. Die Behautung, daß nach 1980 kein Asbest mehr verbaut worden sein soll, wurde vom umweltpolitischen Sprecher der AL, Kapeck, als „Quatsch“ bezeichnet. Als Bespiel nannte er das nach 1980 errichtete Schulzentrum im Immenweg, bei dem sehr wohl Asbest verwendet worden sei.

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