■ Interner Referentenentwurf sieht pauschale Aufhebung aller NS-Unrechtsurteile vor. Gleichzeitig versucht der Finanzminister, Entschädigungsregelungen zu hintertreiben
■ Bundestag beschloß neues Haftrecht, um Gerichtstermin innerhalb einer Woche sicherzustellen. Opposition sieht den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt
Die Behandlung rechtsstaatswidriger NS-Strafurteile nach 1945: Noch immer sind mehrere hunderttausend Unrechtsurteile wirksam. Unter dieses finstere Kapitel der Strafjustiz muß ein gesetzgeberischer Schlußstrich gezogen werden ■ Von Ralf Vogl
■ Christoph Seidler, der sich am Freitag den Behörden gestellt hatte, durfte nach stundenlangen Vernehmungen wieder nach Hause. Der Haftrichter konnte einen dringenden Tatverdacht nicht erkennen