Ein Polizeibeamter und ein Demonstrant schildern, wie sie die Castor-Demonstrationen erlebt haben: als zwiespältigen Einsatz der eine – als beindruckendes Aufbegehren der andere. Eine andere Lösung für den Atommüll wünschen sich beide. Protokolliert von FRIEDERIKE GRÄFF
500 Jugendliche protestieren in Lüchow friedlich gegen den Castortransport. Begleitet werden sie von atomkritischen Landwirten mit Traktoren. Und die „Republik Freies Wendland“, ein Hüttendorf aus Holz und Heu, wird wiederbelebt
Gewerkschaften und Atombewegung haben mehr gemeinsam als man denkt. Das behauptet Hartmut Meine, Hauptredner bei der morgigen Castor-Demonstration in Gorleben und IG Metall-Bezirkschef in Niedersachsen
Auch grüne Bundespolitiker und hohe Gewerkschaftsfunktionäre wollen gegen die Atomtransporte demonstrieren. Die Polizei rechnet mit friedlichen Protesten.
Seit 13 Jahren rollen Castoren ins Atommülllager Gorleben – unter heftigem Protest von Aktivisten. Am kommenden Wochenende soll es wieder so weit sein. Wer ist dabei, wer nicht? FELIX WERDERMANN hat sich umgehört
Alle Jahre wieder wird in einem abgelegenen Stück Deutschland ein Kampf ausgetragen: um Energiepolitik und die Grenzen des Rechtsstaats. Trotz einer gewissen Routine: Nicht alle im Wendland vermögen gelassen damit umzugehen. Der Widerstand denkt sich immer wieder neue Formen aus
Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg rechnet damit, dass die Castor-Proteste am kommenden Wochenende mehr Zulauf haben werden als in den vergangenen Jahren
Der Streit ums Endlager Gorleben geht weiter. Nächstes Wochenende will die Anti-AKW-Bewegung im Wendland zu alter Form auflaufen. Auch Grüne und Linke wollen Castor blockieren.
Die Mobilisierung für die nächste Großdemonstration in Gorleben läuft gut. Die Bewegung bekommt eine zweite Chance, die Politik wieder unter Druck zu setzen.
Die Anti-Atombewegung mobilisiert gegen den in gut einer Woche anstehenden Castor-Transport ins Wendland. Wer sich an Sitzblockaden beteilige, habe keine gravierenden Folgen zu befürchten, sagt die Anwältin Ulrike Donat
Polizei untersagt Versammlungen links und rechts der Castorstrecke. Sie sieht die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet. Atomgegner bekräftigen Aufrufe zu Blockaden. Sie kritisieren die Verfügungen als demokratiefeindlich und intransparent
In zwei Wochen soll Atommüll von Frankreich ins Zwischenlager Gorleben transportiert werden. Die Polizei verhängt wieder einmal ein Demoverbot entlang der Bahnstrecke.
Atomgegner rechnen damit, dass der nächste Atommüll-Konvoi mit Castor-Containern Anfang November durchs Wendland rollt – und kündigen bunten Widerstand an