Japan ist in der Rezession. Tepco kann nur etwa 55 Gigawatt Strom erzeugen, allein Tokio braucht 60. Die Strom-Engpässe werden mit veränderten Arbeitszeiten umgangen.
Die Aufräumarbeiten im Katastrophengebiet kommen langsam voran. Sie werden durch Asbestgefahr erschwert. Doch viele Freiwillige und sogar Yakuzabanden helfen mit.
Die Angst schwindet. Medien kritisieren die Regierung, der Atomklüngel entzweit sich ein bisschen. Bei Tepco lässt man den Begriff "Kernschmelze" einfach weg.
Worst-Case-Szenarios gibt's für Tepco nicht. Der Konzern setzt jetzt auf zirkulierendes Wasser in den Sicherheitsbehältern. Im Januar soll die Krise mit einem "Cold Shutdown" enden.
ZEITPLAN In spätestens neun Monaten will der AKW-Betreiber Tepco in den havarierten Reaktoren von Fukushima den Austritt von Radioaktivität unterbinden. Das Geld für die ersten Entschädigungen scheint gesichert zu sein
Bis Jahresende will Betreiber Tepco den Austritt von Radioaktivität im AKW-Fukushima unterbinden. Das Geld für die ersten Entschädigungen scheint gesichert zu sein.
Nur ein kleiner Denkzettel: Bei den Kommunalwahlen verliert die Regierung von Premierminister Kan nur 69 ihrer 384 Sitze. Echter Wahlkampf hatte kaum stattgefunden.
MESSGERÄTE 180 Arbeiter waren einen Tag ohne eigenes Strahlenmessgerät im Einsatz im AKW. 70.000 Evakuierte können langfristig nicht nach Hause. Widersprüchliche Becquerel-Angaben
Die miserable Katastrophenbekämpfung bringt Politiker und Bevölkerung gegen den japanischen Energiekonzern Tepco auf.
Haftungsgrenze für den Konzern liegt bei nur einer Milliarde Euro.
Trotz der Furcht vor Radioaktivität verlässt eine wachsende Zahl von Atomflüchtlingen aus der Präfektur Fukushima die Evakuierungslager und kehrt in ihre Häuser zurück.
Der Alltag war schon mal einfacher. Hunderte Erderschütterungen am Tag, Stromsperren und knappes Trinkwasser haben die Stressbelastung der Tokioter erhöht.
In Japan war ursprünglich der Bau einer Reihe von neuen Atomkraftwerken geplant - nach der Katastrophe von Fukushima werden die Vorhaben nun überdacht.
INITIATIVE Zahlreiche Privatinitiativen helfen den überforderten Behörden bei der Bewältigung der Katastrophe. Als besonders effektiv erweist sich ein Netzwerk von Helfern, das 1995 nach dem Erdbeben von Kobe entstand
Mütter mit Kleinkindern verlassen Tokio. Ansonsten richtet man sich mit der Situation ein, vor allem wirtschaftlich. Wann aber die Chiphersteller wieder produzieren, ist offen.